Epileptologie

Die Sektion Epileptologie wurde im Mai 2017 als besonderer Bereich innerhalb der Klinik für Neurologie gegründet, um dem hohen medizinischen Versorgungsbedarf und den besonderen fachlichen und technischen Anforderungen dieses Spezialgebietes gerecht zu werden. Im September 2019 wurde diese Sektion mit einer W3 Professur für den Bereich Epileptologie verstärkt. Univ.-Prof. Dr. med. Yvonne Weber ist dem Ruf der Uniklinik RWTH Aachen gefolgt und hat die Professur inne.

Wir beraten Betroffene zu allen Aspekten von Epilepsien und verwandten Anfallserkrankungen und bieten in enger Zusammenarbeit mit den hiesigen Fachbereichen für Neurochirurgie, Neuroradiologie, Neuropathologie und Nuklearmedizin alle modernen Diagnose- und Therapieverfahren an.

Team

Leitung:
Univ.-Prof. Dr. med. Yvonne Weber
Tel.: 0241 80-87987
Fax: 0241 80-82197
yweberukaachende        

Oberärzte/innen:
Dr. Ermis

Assistenzärzte/innen:
Frau Schöne
Frau Gerlings

Unser Leistungsangebot

Als Betroffene wenden Sie sich beispielsweise an uns, wenn

  • Sie einen ersten epileptischen Anfall erlitten haben und Beratung zur Behandlung und Prognose benötigen,
  • bei Ihnen eine Epilepsie besteht und Sie durch zwei Medikamente nicht anfallsfrei wurden,
  • Sie wissen möchten, ob man Ihre Epilepsie heilen kann,
  • Sie nicht sicher sind, ob überhaupt eine Epilepsie vorliegt,
  • Sie Beratung zu besonderen Problemen und Aspekten bei Epilepsie (z. B. Beruf, Fahreignung, Kinderwunsch bzw. Schwangerschaft) wünschen,
  • Sie Interesse an der Teilnahme an Studien zur Entwicklung neuer Medikamente haben.
  • Sie eine Beratung hinsichtlich der Vererblichkeit Ihrer Erkrankung haben
  • Sie mehr über Anfallsdetektoren erfahren möchten

Ärztliche Kolleginnen und Kollegen weisen uns Betroffene zu, beispielsweise zur

  • Differenzialdiagnose,
  • prächirurgischen Anfallsdiagnostik,
  • Epilepsiechirurgie,
  • Implantation eines Vagusnerv-Stimulators,
  • epileptologischen Komplexbehandlung,
  • Diagnose und Therapie einer vermuteten Autoimmunenzephalitis.
  • Präzisionsmedizin in der Epileptologie
  • Genetische Beratung für Epilepsiepatienten

Zur Diagnostik stehen im ambulanten Bereich zwei Routine-EEG Geräte und im stationären Bereich acht voll ausgestattete Video-EEG-Ableitplätze (invasive und nicht invasive Ableitung) zur kontinuierlichen Aufzeichnung zur Verfügung. Spezialisierte kernspintomographische Untersuchungen nach besonderen Kriterien werden in Zusammenarbeit mit der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie der Uniklinik durchgeführt, zudem werden nuklearmedizinische Aufnahmen des Hirnstoffwechsels in Kollaboration mit der hiesigen Klinik für Nuklearmedizin angeboten. Laboruntersuchungen beziehungsweise genetische Untersuchungen werden in auswärtige, spezialisierte Laboratorien geschickt.

In Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurochirurgie der Uniklinik RWTH Aachen werden individualisierte epilepsiechirurgische Resektionen („Epilepsiechirurgie“), das Einbringen intrazerebraler beziehungsweise intrakranieller EEG-Elektroden zu diagnostischen Zwecken sowie die Implantation von Vagusnerv-Stimulatoren zur Behandlung pharmakorefraktärer Epilepsien angeboten.

Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Ergotherapie, Gesundheits- und Krankenpflege, Logopädie, Physiotherapie und dem sozialmedizinischen Dienst gewährleisten wir eine umfassende psychosoziale Betreuung mit dem Ziel, Ihre Gesundheit und Lebensqualität zu verbessern und zu erhalten.

Terminvereinbarung und Kontakt

Ambulante Beratung
Jutta Schmitz
Tel.: 0241 80-89609
Fax: 0241 80-3389609
jschmitzukaachende

Stationäre Versorgung
Fax: 0241 80-82197
epileptologieukaachende   

Für allgemeine Anfragen verwenden Sie bitte folgende Mailadresse: epileptologieukaachende

Die Arbeitsgruppe Klinische und Pathophysiologische Epileptologie beschäftigt sich mit der Untersuchung von verschiedenen Ätiologien der Epilepsie mit einem Schwerpunkt auf genetischen Epilepsien. Die Epilepsie gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Die verschiedenen Ätiologien umfassen neben läsionellen (z. B. zerebrale Ischämien) auch entzündliche (z. B. autoimmune Enzephalitiden) auch genetische Ursachen, wobei bis zu 30% der Epilepsien genetischen Einflussfaktoren unterliegen.

Ziel ist es, die Entstehung einer Epilepsie weiter zu verstehen und daraus individualisierte, pathophysiologie-getriggerte Therapiestrategien zu entwickeln. Folgende Projekte werden aus dem Grunde derzeit verfolgt:

  • Die Erstellung einer Datenbank für genetische Epilepsien und deren Therapieverläufe zur Entwicklung einer maschine-learning basierten individualisierten Therapiestrategie (TreatIon, BMBF gefördert).
  • Die genetische und pathophysiologische Untersuchung von Entwicklungs- und epileptischen Enzephalophathien (DFG gefördert).
  • Die Entwicklung eines Anfallsdetektors (BMBF gefördert).
  • Die Entwicklung eines Clinical Decision Support Systems zur computer-gestützen Begleitung der Therapieentscheidungen im Alltag (gefördert durch das Baden-Württembergische Ministerium für Soziales und Integration)
  • Die Untersuchung von menschlichem Resektionsgewebe als Modellsystem für das Verständnis von normaler Funktion und Erkrankung des Gehirns (DFG gefördert).

Repräsentative Publikationen der letzten Jahre (Top 5)

  1. Helbig I, Lopez-Hernandez T, Shor O, Galer P, Ganesan S, Pendziwiat M, Rademacher A, Ellis CA, Hümpfer N, Schwarz N, Seiffert S, Peeden J, Shen J, Štěrbová K, Hammer TB, Møller RS, Shinde DN, Tang S, Smith L, Poduri A, Krause R, Benninger F, Helbig KL, Haucke V, Weber YG; EuroEPINOMICS-RES Consortium; GRIN Consortium. A Recurrent Missense Variant in AP2M1 Impairs Clathrin-Mediated Endocytosis and Causes Developmental and Epileptic Encephalopathy.Am J Hum Genet. 2019 Jun 6;104(6):1060-1072. (IF 9.9)
  2. Schwarz N, Uysal B, Welzer M, Bahr J, Layer N, Löffler H, Stanaitis K, P.A. H, Weber YG, Hedrich UB, Honegger JB, Skodras A, Becker AJ, Dr. Wuttke TV and Koch H. Long-term adult human brain slice cultures as a model system to study human CNS circuitry and disease Long-term adult human brain slice cultures as a model system to study human CNS circuitry and disease. eLife (in press, 13-05-2019-TR-eLife-48417R1), (IF 7.6)
  3. Heyne HO, Artomov M, Battke F, Bianchini C, Smith DR, Liebmann N, Tadigotla V, Stanley CM, Lal D, Rehm H, Lerche H, Daly MJ, Helbig I, Biskup S, Weber YG, Lemke JR. Targeted gene sequencing in 6994 individuals with neurodevelopmental disorder with epilepsy.Genet Med. 2019 May 6. (IF 8.7)
  4. Gardella E, Becker F, Møller RS, Schubert J, Lemke JR, Larsen LH, Eiberg H, Nothnagel M, Thiele H, Altmüller J, Syrbe S, Merkenschlager A, Bast T, Steinhoff B, Nürnberg P, Mang Y, Bakke Møller L, Gellert P, Heron S, Dibbens L, Weckhuysen S, Dahl HA, Biskup S, Tommerup N, Hjalgrim H, Lerche H, Beniczky S, Weber YG. Benign infantile seizures and paroxysmal dyskinesia caused by an SCN8A mutation.Ann Neurol 2016 79:428-36. (IF 10.0)
  5. Schubert S, Siekierska A, Langlois M, May P, Huneau C, Becker F, Muhle H, Suls A, Lemke JR, de Kovel CGF, Thiele H, Konrad K, Kawalia A, Toliat M, Sander T, Rüschendorf F, Caliebe A, Nagel I, Kohl B, Kecskés A, Jacmin M, Hardies K, Weckhuysen S, Riesch E, Dorn T, Grilstra EH, Baulac S, Møller RS, Hjalgrim H, Koeleman B, EuroEPINOMICS RES Consortium, Jurkat-Rott K, Lehman-Horn F, Roach JC, Glusman G, Hood L, Galas DJ, Martin B, de Witte PAM, Biskup S, De Jonghe P, Helbig I, Balling R, Nürnberg P, Crawford AD, Esguerra CV, Weber YG*, Lerche H*. Mutations in STX1B encodinga presynaptic protein cause fever-associated epilepsy syndromes. Nat Genet 2014, 46:1327-32. (IF 29.4) *gleichberechtigte Autorenschaft