AG Noels – Experimentelle kardiovaskuläre Pathobiochemie

Prof. Dr. Heidi Noels leitet die Forschungsgruppe "Experimentelle kardiovaskuläre Pathobiochemie" innerhalb des Instituts für Molekulare Herz-Kreislaufforschung des Universitätsklinikums Aachen. Der Schwerpunkt ihrer Gruppe liegt auf der Identifizierung und Charakterisierung pathologischer Entzündungsmechanismen, die der Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen – darunter Atherosklerose, Kardiomyopathie und Herzinfarkt – zugrunde liegen. Frühere Arbeiten führten zur Aufklärung der Rolle von Chemokinrezeptoren und deren Liganden bei der Regulation von Entzündungsprozessen im Rahmen der Atherosklerose. Zudem wurden neue Erkenntnisse über Signalmoleküle gewonnen, die Entzündung und Atherosklerose beeinflussen, indem sie auf den Transkriptionsfaktor NF-κB – einen zentralen Regulator von Entzündungsprozessen – einwirken. Aktuelle Forschungsarbeiten befassen sich mit Mediatoren und Mechanismen, die dem stark erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) zugrunde liegen. Dazu gehören Untersuchungen zur Thrombozytenaktivierung bei CKD sowie zu den pathologischen Mechanismen, die der urämischen Kardiomyopathie und dem ungünstigen kardialen Umbau (Remodeling) nach einem Herzinfarkt zugrunde liegen. Ziel ist es, die Entwicklung neuartiger Therapien zur Verringerung der kardiovaskulären Belastung zu unterstützen.

Für ihre Forschungsleistungen wurde Prof. Noels mit dem W.H.-Hauss-Preis der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (DGFF) / Lipid-Liga (2018) sowie dem Werner Risau Award in Vascular Biology – einer Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler der Fachzeitschrift ATVB (2015) – geehrt.

Neben ihrer Forschungstätigkeit engagiert sich Prof. Noels in der Lehre an der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen, wo sie das Qualifikationsprofil „Organ-Crosstalk & Komorbiditäten“ für Medizinstudierende leitet.

Darüber hinaus fungiert Prof. Noels als Geschäftsführerin des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereichs/Transregio 219 (SFB/TRR 219, Laufzeit 2018–2029) und koordiniert zwei DFG-geförderte Graduiertenprogramme (SFB/TRR 219; CRC 1739). Zuvor war sie Co-Koordinatorin des internationalen Marie-Skłodowska-Curie-Promotionsnetzwerks (MSCA) „CaReSyAn“ (2018–2021).

Prof. Noels hält zudem eine Ehrenmitgliedschaft am Institut für Biochemie des Cardiovascular Research Institute (CARIM) der Universität Maastricht, was die enge Zusammenarbeit zwischen beiden Universitäten unterstreicht. In Maastricht koordiniert sie das internationale MSCA-Promotionsnetzwerk LipidBRIGHT (2026–2030). Prof. Noels habilitierte 2021 an der RWTH Aachen im Fach „Experimentelle Herz-Kreislauf-Medizin“ und erhielt die Venia Legendi (Priv.-Doz.). Im Jahr 2026 wurde ihr an der RWTH Aachen eine außerplanmäßige Professur (Apl.) verliehen.