Lebertransplantation
Eine Lebertransplantation kann für Patientinnen und Patienten mit einer schweren Lebererkrankung die Chance auf ein neues Leben bedeuten. Als universitäres Transplantationszentrum begleiten wir Sie von der ersten Vorstellung über die Transplantation bis zur langfristigen Nachsorge.
Unser Team bietet das gesamte Spektrum der modernen Lebertransplantationschirurgie. Dabei arbeiten Transplantationschirurgie, Hepatologie, Anästhesiologie, Intensivmedizin und weitere Fachdisziplinen eng zusammen. Ein besonderer Schwerpunkt unseres Programms ist die Organperfusion mit hypothermen und normothermen Verfahren.
Wann ist eine Lebertransplantation notwendig? – Indikationen und Ursachen
Eine Lebertransplantation kommt in Betracht, wenn eine schwere Lebererkrankung mit anderen Behandlungsverfahren nicht ausreichend oder nicht dauerhaft behandelt werden kann. Häufige Ursachen sind:
- Leberzirrhose, zum Beispiel infolge chronischer Lebererkrankungen
- Akutes Leberversagen
- Bestimmte Lebertumoren
- Angeborene Stoffwechsel- und Lebererkrankungen
Ob eine Lebertransplantation sinnvoll ist, wird im Rahmen einer umfassenden interdisziplinären Untersuchung individuell beurteilt. Dabei stehen die persönliche Situation, die Grunderkrankung und die bestmögliche Therapieentscheidung im Mittelpunkt.
Transplantationsevaluation – Vorbereitung auf die Lebertransplantation
Vor einer möglichen Aufnahme auf die Warteliste erfolgt eine umfassende medizinische Untersuchung. Ziel der Evaluation ist es, Ursache und Schweregrad der Lebererkrankung zu beurteilen, Begleiterkrankungen zu erkennen und gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten die geeignete Behandlungsstrategie festzulegen.
Die Untersuchungen erfolgen in enger Zusammenarbeit der beteiligten Fachdisziplinen und werden individuell auf die jeweilige Situation abgestimmt. Nach Abschluss der Evaluation werden alle Untersuchungsergebnisse in einer interdisziplinären Transplantationskonferenz gemeinsam bewertet. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob die Voraussetzungen für eine Lebertransplantation vorliegen und welches weitere Vorgehen empfohlen wird.
Bei ausgewählten Patientinnen und Patienten prüfen wir im Rahmen der Evaluation auch die Möglichkeit einer Leberlebendspende.
Warteliste und Organvermittlung bei der Lebertransplantation
Die Aufnahme auf die Warteliste erfolgt nach Abschluss der Transplantationsevaluation und bei Vorliegen der medizinischen Voraussetzungen entsprechend den geltenden gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien.
Die Vermittlung postmortaler Spenderorgane erfolgt über Eurotransplant nach den jeweils gültigen medizinischen Kriterien und Allokationsrichtlinien. Ziel ist eine transparente und gerechte Zuteilung der verfügbaren Spenderorgane.
Während der Wartezeit werden unsere Patientinnen und Patienten regelmäßig in der Transplantationsambulanz betreut. Durch engmaschige Kontrollen können Veränderungen des Gesundheitszustandes frühzeitig erkannt und die Behandlung entsprechend angepasst werden. Ziel ist es, möglichst gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transplantation zu schaffen.
Lebertransplantationsverbund
Das Transplantationszentrum der Uniklinik RWTH Aachen ist Teil eines überregionalen Lebertransplantationsverbundes. Im Rahmen dieser Kooperation führen wir Lebertransplantationen für Patientinnen und Patienten der Universitätskliniken Maastricht, Köln und Düsseldorf sowie der Uniklinik RWTH Aachen durch.
Evaluation und Vorbereitung vor der Transplantation sowie die langfristige Nachsorge erfolgen in der Regel im jeweiligen Transplantationszentrum. Die operative Durchführung der Lebertransplantation erfolgt an der Uniklinik RWTH Aachen durch unser spezialisiertes Transplantationsteam.
Abgestimmte Behandlungsabläufe und der kontinuierliche fachliche Austausch ermöglichen eine eng vernetzte Versorgung über die beteiligten Standorte hinweg.
Die Operation bei einer Lebertransplantation
Die Lebertransplantation wird von einem spezialisierten Transplantationsteam durchgeführt. Dabei arbeiten Transplantationschirurgie, Anästhesiologie, Intensivmedizin und weitere beteiligte Fachdisziplinen eng zusammen.
Nach der Operation erfolgt zunächst eine intensivmedizinische Betreuung. Anschließend wird die Behandlung auf einer spezialisierten Normalstation fortgesetzt. Dort stehen Mobilisation, Kostaufbau, die Anpassung der medikamentösen Therapie sowie die Vorbereitung auf die Entlassung im Mittelpunkt.
Während des gesamten stationären Aufenthalts wird die Behandlung durch ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychologen und Sozialdienst unterstützt.
Organperfusion und Organassessment bei der Lebertransplantation
In Aachen gehören hypotherme oxygenierte Verfahren wie HOPE und D-HOPE ebenso wie die normotherme Maschinenperfusion zum Spektrum unseres Lebertransplantationsprogramms.
Mithilfe dieser Verfahren können Spenderlebern außerhalb des Körpers unter kontrollierten Bedingungen konserviert und – je nach Perfusionsverfahren – funktionell beurteilt werden. Dadurch lassen sich zusätzliche Informationen über die Organqualität gewinnen und die Nutzung geeigneter Spenderorgane weiter optimieren.
Die klinische Anwendung und wissenschaftliche Weiterentwicklung dieser Verfahren sind in AURORA – Aachen Unit for Regenerative Organ Recovery & Advancement gebündelt. Die interdisziplinäre Plattform verbindet Transplantationschirurgie, Pathologie und translationale Forschung und entwickelt neue Verfahren der Organperfusion, Organbeurteilung und Organprotektion weiter.
⇒ AURORA – Aachen Unit for Regenerative Organ Recovery & Advancement
Nachsorge nach einer Lebertransplantation
Nach der Entlassung erfolgt die weitere Nachsorge in enger Zusammenarbeit mit der Transplantationsambulanz sowie den behandelnden Hepatologen und Hausärzten. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine individuell angepasste immunsuppressive Therapie sind wesentliche Voraussetzungen für den langfristigen Erhalt der Organfunktion.
Im Rahmen des Lebertransplantationsverbundes erfolgt die langfristige Nachsorge der Patientinnen und Patienten aus Maastricht, Köln und Düsseldorf in der Regel wieder im jeweiligen Transplantationszentrum. Durch den kontinuierlichen fachlichen Austausch und abgestimmte Behandlungsabläufe bleibt die Betreuung über die beteiligten Standorte hinweg eng vernetzt.
Viele Patientinnen und Patienten können nach erfolgreicher Transplantation wieder in Beruf, Familie und Alltag zurückkehren. Unser Ziel ist es, sie auch langfristig auf diesem Weg zu begleiten.
Studien und Forschung in der Lebertransplantation
Als Universitätsklinikum beteiligen wir uns an nationalen und internationalen Forschungsprojekten und klinischen Studien zur Weiterentwicklung der Transplantationsmedizin.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Verfahren der Organperfusion und Organbeurteilung innerhalb von AURORA – Aachen Unit for Regenerative Organ Recovery & Advancement. Hier werden neue Konzepte zur Organprotektion, Organregeneration und funktionellen Beurteilung von Spenderorganen wissenschaftlich untersucht.
Darüber hinaus prüfen wir neue diagnostische und therapeutische Verfahren im Rahmen klinischer Studien. Geeigneten Patientinnen und Patienten können dadurch zusätzliche Behandlungsoptionen im Rahmen wissenschaftlich kontrollierter Studien offenstehen.
Über aktuell laufende Studien und mögliche Teilnahmemöglichkeiten informieren wir Sie gerne.
Unsere Schwerpunkte
- Universitäres Transplantationszentrum mit langjähriger Erfahrung
- Überregionaler Lebertransplantationsverbund
- Organperfusion und Organassessment im Rahmen von AURORA
- Individuell abgestimmte Behandlung von der Evaluation bis zur Nachsorge
- Enge Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten und Transplantationszentren
Kontakt
Für Fragen zur Lebertransplantation, zur Transplantationsevaluation oder zur Vorstellung in unserem Transplantationszentrum stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Auch behandelnde Ärzte und zuweisende Kliniken können sich zur Besprechung einer möglichen Transplantationsindikation oder zur gemeinsamen Betreuung direkt an uns wenden.
Sprechstunde
montags von 09:00 bis 13:00 Uhr
Terminvereinbarung (montags bis freitags von 08:30 bis 15:30 Uhr)
Tel.: 0241 80-89332
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