AURORA

Aachen Unit for Regenerative Organ Recovery and Advancement

Innovation in Organperfusion, Organassessment und Organ Recovery

Moderne Verfahren der Organperfusion ermöglichen heute nicht nur die Konservierung von Spenderorganen, sondern zunehmend auch deren funktionelle Beurteilung und die Entwicklung neuer Möglichkeiten zur Organprotektion und Organ Recovery. 

Mit AURORA verfügt die Uniklinik RWTH Aachen über eine interdisziplinäre Plattform, die klinische Transplantationsmedizin, Pathologie und translationale Forschung miteinander verbindet. Ziel ist es, Verfahren der Organperfusion, des Organassessments und der Organ Recovery wissenschaftlich weiterzuentwickeln, systematisch zu evaluieren und schrittweise in die klinische Anwendung zu überführen.

Univ.-Prof. Dr. med. Danny Jonigk, FRCPath
Institut für Pathologie

Univ.Prof.Dr.med. Rene Tolba
Institut für Versuchstierkunde

AURORA verbindet klinische Transplantationsmedizin, Pathologie und translationale Forschung in einer gemeinsamen interdisziplinären Plattform. Getragen wird AURORA von der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Kinder- und Transplantationschirurgie, dem Institut für Pathologie sowie dem Institut für Experimentelle Medizin und Translationale Forschung der Uniklinik RWTH Aachen. Ergänzt wird die Zusammenarbeit durch nationale und internationale Kooperationen.

Die beteiligten Disziplinen bringen unterschiedliche Schwerpunkte ein:

  • Transplantationschirurgie: klinische Anwendung und Weiterentwicklung von Verfahren der Organperfusion
  • Pathologie: histopathologische Diagnostik und wissenschaftliche Organbeurteilung
  • Experimentelle und Translationale Forschung: Untersuchung neuer Konzepte zur Organprotektion, Organregeneration und funktionellen Organbeurteilung

Durch die enge Zusammenarbeit können klinische Fragestellungen unmittelbar wissenschaftlich untersucht und neue Erkenntnisse nach sorgfältiger Evaluation in die klinische Anwendung überführt werden.

Die Beurteilung eines Spenderorgans beruht heute auf unterschiedlichen Informationen. Während der Organperfusion können funktionelle Parameter erhoben werden. Zusammen mit klinischen Daten, histopathologischen Befunden und weiteren Untersuchungen entsteht daraus eine umfassendere Grundlage für die Beurteilung der Organqualität. 

AURORA verfolgt das Ziel, diese Informationen systematisch zusammenzuführen und weiterzuentwickeln. Dadurch sollen die Beurteilung von Spenderorganen objektiviert und klinische Entscheidungen besser unterstützt werden. 

Neben etablierten Verfahren werden innerhalb von AURORA auch neue diagnostische Ansätze wissenschaftlich untersucht. Hierzu gehören funktionelle Perfusionsparameter, histopathologische Untersuchungen, Biomarker und digitale Verfahren der Datenanalyse. Neue Ansätze werden wissenschaftlich evaluiert, bevor sie schrittweise in die klinische Anwendung überführt werden.

Die Maschinenperfusion erweitert die Möglichkeiten der klassischen statischen Kaltlagerung von Spenderorganen. Organe können dabei außerhalb des Körpers unter kontrollierten Bedingungen perfundiert und kontinuierlich überwacht werden. 

An der Uniklinik RWTH Aachen kommen sowohl hypotherme als auch normotherme Maschinenperfusionsverfahren zum Einsatz. Welches Verfahren verwendet wird, richtet sich nach dem jeweiligen Organ, den Eigenschaften des Spenderorgans und der klinischen Fragestellung. 

Die hypotherme Maschinenperfusion dient vor allem der Organprotektion während der Konservierung. Die normotherme Maschinenperfusion ermöglicht darüber hinaus die Beurteilung der Organfunktion unter annähernd physiologischen Bedingungen und eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für diagnostische und wissenschaftliche Fragestellungen. 

Innerhalb von AURORA werden diese Verfahren klinisch angewendet, wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt. Ziel ist es, die Organbeurteilung weiter zu verbessern und neue diagnostische und therapeutische Konzepte systematisch zu untersuchen.

Die Beurteilung eines Spenderorgans stützt sich nicht allein auf klinische und funktionelle Parameter. Histopathologische Untersuchungen liefern wichtige Informationen über strukturelle Veränderungen, Vorschädigungen und entzündliche Veränderungen des Organs. 

Innerhalb von AURORA ist die Pathologie daher ein integraler Bestandteil des Organassessments. Klinische Befunde, Perfusionsparameter und histopathologische Untersuchungen werden gemeinsam betrachtet und bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung moderner Verfahren der Organbeurteilung. 

Darüber hinaus begleitet die Pathologie wissenschaftliche Projekte innerhalb von AURORA. Die systematische Analyse von Gewebeproben trägt dazu bei, neue Biomarker zu identifizieren, pathophysiologische Zusammenhänge besser zu verstehen und neue diagnostische Ansätze zu entwickeln.

AURORA verbindet klinische Anwendung mit translationaler Forschung und wissenschaftlicher Evaluation. Aktuelle Projekte beschäftigen sich unter anderem mit der Weiterentwicklung der Organperfusion, neuen Verfahren des Organassessments sowie Strategien zur Organprotektion und Organ Recovery. 

⇒ Aktuelle Forschungsprojekte und klinische Studien