Interreg-Projekt OncoCare

Die Betreuung von Patienten mit Krebserkrankung ist eine zunehmende Herausforderung für unsere Gesellschaft. Trotz entscheidender Fortschritte in der Prävention und Behandlung nehmen aufgrund des demographischen Wandels die Zahl der Neuerkrankungen und Erkrankten zu. Zudem entstehen durch den rasanten Fortschritt in der Forschung kontinuierlich neue Spezialisierungsgebiete. Dem Patienten kann daher nur die bestmögliche Versorgung geboten werden, wenn die Krebszentren kooperieren bzw. Wissen und Erfahrungen austauschen.

Partner

Neben der Uniklinik RWTH Aachen beteiligen sich am OncoCare-Projekt die belgischen und niederländischen Krankenhäuser Liège Cancer Institute (CHU), Maastricht University Medical Centre (MUMC+), und Jessa Ziekenhuis Hasselt (Jessa) ebenso wie die Maastricht University, die University of Liége (ULg), die RWTH Aachen University und die Organisation Bridge2Health (b2h) aus Lüttich. Die Leitung des Projekts hat das Liège Cancer Institute übernommen.

Ziel und Zweck

Ziel des OncoCare-Projekts ist die Optimierung der Versorgung von Krebspatienten in der Euregio Maas-Rhein. Durch die grenzüberschreitende Kooperation im Dreiländereck soll der Zugang von Krebspatienten zu innovativen Therapiekonzepten und der personalisierten Krebsmedizin verbessert werden. Dieses Ziel soll durch verschiedene Maßnahmen mit den Schwerpunkten Patienten-zentrierte Medizin, Qualität der Versorgung und Transfer von Innovationen in die Klinik erreicht werden.

Um den Austausch medizinischer Expertise zwischen den Krankenhäusern zu fördern, wird das Teleconsulting-System ausgebaut. Dabei entsteht die Möglichkeit des Austausches von Experten der verschiedenen Standorte zur Absprache von optimalen Therapiekonzepten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Einführung einer Smartphone-tauglichen, vom Patienten autonom bedienbaren App zur Erfassung der Lebensqualität. Die moderne Medizin strebt nicht nur danach, die Lebenserwartung, sondern auch die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Dazu trägt auch die Maßnahme „Home Hospitalization“ bei, die die onkologische Pflege in das häusliche Umfeld der Patienten bringen soll. Von dieser Maßnahme profitieren insbesondere ältere Patienten und Patienten in ländlichen Regionen.

Die Krebsregister arbeiten enger zusammen, zum Beispiel wird das Krebsregister Aachen durch die im Ausland bzw. in der Euregio behandelten Patienten ergänzt. Zudem werden im Rahmen der Qualitätssicherung Vergleichsanalysen durchgeführt.

Die europäische JACIE Akkreditierung wird für die Station für  Blutstammzelltransplantationen der Uniklinik RWTH Aachen angestrebt. Beim Akkreditierungsprozess erhält der Bereich Unterstützung von den bereits zertifizierten Partnerkrankenhäusern. Im Gegenzug teilt die Uniklinik RWTH Aachen ihre Erfahrungen und ihr Wissen über nationale und DIN ISO Zertifizierungen. Darüber hinaus wird eine Software für die Abwicklung aller Prozesse im Zusammenhang mit Blutstammzelltransplantationen entwickelt.

Ein Ziel ist die Implementierung von personalisierter und innovativer Krebsmedizin in der Euregio. Dazu gehört die gemeinsame Etablierung evidenz-basierter Behandlungspfade unter Einbeziehung innovativer Diagnostik- und Therapieangebote. Die teilnehmenden Krankenhäuser werden die Behandlungspfade, in denen sie über die größte Expertise verfügen, den Partnern und anderen Krankenhäusern der Region zur Verfügung stellen. Zusätzlich entsteht eine Datenbank zum Austausch und Abgleich bestehender klinischer Studienaktivitäten zwischen den Krankenhäusern unter Berücksichtigung seltener Tumorerkrankungen bzw. seltener Subtypen häufiger Tumorerkrankungen.

Was sind Interreg-Projekte?

Interreg, oder wie es offiziell heißt, die „europäische territoriale Zusammenarbeit“, ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Seit mehr als 20 Jahren werden damit grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten (finanziell) unterstützt, die das tägliche Leben beeinflussen, zum Beispiel im Verkehr, beim Arbeitsmarkt und im Umweltschutz.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des OncoCare-Projekts.