Sektion III: Nicht-invasive und Hybrid-Bildgebung

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

Im Funktionsbereich Kardiale Bildgebung setzen wir im Echokardiographie-Labor und im MRT der Medizinischen Klinik I sämtliche Modalitäten der modernen Echokardiographie und des MRT ein, u. a. die transthorakale und transösophageale Echokardiographie, Stressechokardiographie, 3D-Echokardiographie, Kontrast-Echokardiographie, Gewebe-Doppler-Echokardiographie und 2D- und 3D-Strain-Imaging. Jährlich werden in unserem Echokardiographie-Labor mehr als 12.000 Untersuchungen von erfahrenen MTAs und Schwestern unter ärztlicher Leitung durchgeführt.  Darüber hinaus führen wir jährlich 2.000 kardiale MRT Untersuchungen durch.

Nachstehend finden Sie eine Übersicht unseres Leistungsspektrums mit den jeweiligen Ansprechpartnern und Kontaktdaten zur Terminvereinbarung. Sollten Sie darüber hinaus noch Fragen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren

Ihr

Priv.-Doz. Dr. med. Ertunc Altiok
Oberarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik I)

Kontakt

Priv.-Doz. Dr. med. Ertunc Altiok
Oberarzt
Tel.: 0241 80-36083 
Fax: 0241 80-82142 
ealtiokukaachende

Bildgebungsverfahren

Transösophageale Echokardiographie (TEE)

Bei der Transösophagealen Echokardiographie (TEE) wird eine Sonde durch die Speiseröhre eingeführt, an deren Spitze sich ein multiplaner TEE-Ultraschallkopf befindet. Klinische Indikationen für die TEE sind insbesondere Untersuchungen der Vorhöfe und der Herzklappen (Thrombensuche, Mitralklappenmorphologie und Ausmaß einer Mitralinsuffizienz, Frage nach Emboliequellen und Endokarditis) sowie der thorakalen Aorta (Aortendissektion, Plaques, Aneurysmata).

Die Untersuchung läuft nach ausgiebiger Betäubung des Rachens und unter einer zusätzlichen Sedierung ab, sodass sie möglichst schonend für den Patienten ist. In der Regel dauert sie 10 bis 15 Minuten und kann ambulant durchgeführt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass man ca. 6 Stunden vorher nüchtern ist. Nach der Untersuchung darf der Patient wegen der Medikamente allerdings nicht selbst Auto fahren.

Im Echokardiographie-Labor der Medizinischen Klinik I werden pro Jahr etwa 1.200 TEEs durchgeführt.

Stress-Echokardiographie

Bei der Stress-Echokardiographie wird mittels einer Dobutamin-Infusion in steigernder Dosierung eine Belastungssituation (mit resultierendem Herzfrequenz- und Blutdruckanstieg) für den Patienten simuliert. Neue auftretende oder sich verschlechternde Wandbewegungsstörungen deuten auf eine hämodynamisch relevante, stenosierende Koronare Herzkrankheit (KHK) hin.
Indikationen für eine Stress-Echokardiographie sind der Verdacht auf eine KHK bei unklaren klinischen oder elektrokardiographischen Ergebnissen, die Evaluierung der hämodynamischen Relevanz einer bekannter Koronararterienstenose, die Risikostratifizierung von Patienten mit bekannter KHK und/oder Zustand nach Myokardinfarkt sowie die Vitalitätsdiagnostik bei ischämischer Kardiomyopathie zur Prüfung der Indikation einer Revaskularisierung. Die Medizinische Klinik I hat wesentlichen Anteil an der wissenschaftlichen und klinischen Weiterentwicklung der Stress-Echokardiographie. Die Untersuchung kann ambulant durchgeführt werden.

3D-Echokardiographie

Aachen verfügt über neueste Geräte mit Matrixschallköpfen, die es ermöglichen, das Herz nicht nur als Schnittbild zu sehen, sondern es in seiner dreidimensionalen Gesamtheit zu erfassen. Dadurch lassen sich beispielsweise Herzklappen plastisch darstellen, so dass bei bestimmten Erkrankungen der Herzklappen wichtige Zusatzinformationen gewonnen werden können. Zudem lässt sich mit der 3D-Echokardiographie eine sehr genaue Quantifizierung der linksventrikulären Pumpfunktion erzielen. Bei der Beurteilung von Herzerkrankungen, die mit einer Einschränkung der linksventrikulären Pumpfunktion einher gehen, ist eine exakte und zuverlässige Quantifizierung der Ejektionsfraktion, auch in Verlaufsuntersuchungen, zunehmend wichtig, da dieser Parameter für die Indikationsstellung zur Implantation von Defibrillatoren oder biventrikulären Schrittmachersystemen herangezogen wird.

Die Medizinische Klinik I ist ein Vorreiter in der Entwicklung und klinischen Anwendung der 3D-Echokardiographie. Die neuste Technik steht uns hier vor Ort zur Verfügung.

Bei Patienten mit sehr schlechter Bildqualität lässt sich durch die Gabe eines sogenannten Linksherz-Kontrastmittels häufig eine verbesserte Darstellung des linken Ventrikels mit verbesserter Beurteilung der globalen und regionalen Funktion erreichen. Zudem kann hierdurch auch eine Optimierung des Doppler-Signals erzielt werden. Durch die Kontrast-Echokardiographie lässt sich die Zahl der nicht-diagnostischen Echo-Untersuchungen deutlich reduzieren. Zusätzlich ermöglicht die Stress-Perfusions-Echokardiographie mit Adenosin oder Dipyridamol eine echokardiographische Beurteilung der Myokardperfusion.

Gewebe-Farb-Doppler-Echokardiographie und 2D-Strain Imaging

Die Gewebe-Farb-Doppler-Echokardiographie sowie das 2D-und 3D-Strain-Imaging sind neue echokardiographische Verfahren, die klinisch für spezielle Fragestellungen eingesetzt werden. Hierzu gehört vor allem die Evaluierung von Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz bezüglich einer linksventrikulären Asynchronie vor eventueller Resynchronisationstherapie, spezielle Speicher-Erkrankungen und zusätzliche Informationen bei Patienten mit KHK und Zustand nach Myokardinfarkt.

Das Echokardiographie-Labor der Medizinischen Klinik 1 lädt interessierte Kolleginnen und Kollegen einmal im Quartal zum Echo-Club ein, bei dem ein spezielles Thema durch Vorträge und „Hands on“ Untersuchungen an entsprechenden Patienten interaktiv diskutiert und erarbeitet werden. Dabei kommt es uns sehr darauf an, den Echo-Club nicht als „one-way“ Vorstellung zu verstehen, sondern als kollegialen Austausch, in dem alle Erfahrungen und Vorstellungen einen wesentlichen Stellenwert finden.

Hybride Bildgebung

In enger Kooperation mit den medizintechnischen Abteilungen des Helmholts Institutes der RWTH Aachen entwickelt die Medizinische Klinik 1 hybride Bildgebungs-Modalitäten: Hier werden verschiedene Bildgebungstechniken (z. B. Herzultraschall, Computer-Tomographie oder Magnet Resonanz-Tomographie) mit verschiedenen Vorteilen und Fokussierungen miteinander fusioniert, um möglichst viele unterschiedliche Informationen über einen Patienten zu erhalten und somit eine raschere und sicherere Diagnose zu erhalten. So können zum Beispiel in einer deutschlandweit einzigartigen Kombination aus Koronarangiographie (Darstellung der Herzkranzgefäße im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung) und Herzultraschall Patienten bereits im Herzkatheter-Labor der Medizinischen Klinik 1 korrekt diagnostiziert und der erforderlichen Therapie zugeführt werden, ohne wie bislang üblich mehrere zeit- und kostenintensive Anwendungen vorzuschalten.

Ansprechpartner
Priv.-Doz. Dr. med. Ertunc Altiok
Oberarzt
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Terminvereinbarung
Tel.: 0241 80-89505
Montag bis Freitag: 08:00 – 15:00 Uhr
Aufzug B4, Etage 3, Flur 32, Zimmer 9

Magnetresonanztomographie des Herzens (Kardio-MRT)

Die wichtigsten klinischen Indikationen für eine MRT-Untersuchung des Herzens beinhalten die Darstellung der Pathomorphologie des Herzens und der großen Gefäße, die Funktionsdiagnostik des Herzens bei unzureichender Echo-Bildqualität, die exakte Quantifizierung der LV-Funktion sowie von Insuffizienzvitien (insbesondere Aorten- und Pulmonalinsuffizienzen), die Vitalitätsdiagnostik bei Patienten nach akutem Myokardinfarkt oder bei chronischer Myokardischämie, die Darstellung von linksventrikulären Thromben und zunehmend auch die Perfusionsdiagnostik zur Ischämiediagnostik. Weitere, seltenere Indikationen sind die Charakterisierung von Herztumoren sowie die Untersuchung von Patienten mit angeborenen Herzfehlern im Erwachsenenalter.

Patienten mit Herzschrittmachern oder Defibrillatoren dürfen aus Sicherheitsgründen nicht in einem Kernspintomographen untersucht werden, da es aufgrund des starken Magnetfeldes zu Schädigung des Aggregates mit schweren gesundheitlichen Folgen für den Patienten kommen kann. Moderne künstliche Herzklappen, Koronarstents und PFO-Schirmchen stellen hingegen keine Kontraindikation für eine MRT-Untersuchung dar.

Ansprechpartner
Dr. med. Sandra Hamada
Oberärztin
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Dr. med. Michael Frick
Oberarzt
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Markus Glagla
Leitender MTRA
mglaglaukaachende

Sabine Schlösser
MTRA
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Terminvereinbarung
Tel.: 0241 80-36099
Fax: 0241 80-82167