Der Gemeinsame Bundesausschuss (G‑BA) hat die Ergebnisse des mit rund 15 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds geförderten Projekts Optimal@NRW bewertet. Die Ergebnisse der Begleitforschung belegen, dass die etablierten telemedizinisch gestützten Versorgungsstrukturen die Akutversorgung der Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen nachhaltig verbessern können. Um diese Erkenntnisse für nationale Reformen nutzbar zu machen, leitet der G-BA die gewonnenen Informationen nun gezielt an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), die zuständigen Landesministerien sowie den GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung weiter.
Optimal@NRW schuf in der Region Aachen ein intersektorales Netzwerk, das 24 Pflegeheime, die Pflegekräfte, Rettungsdienst, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie die Uniklinik RWTH Aachen sektorenübergreifend verzahnte. Zentrales Ziel war es, durch eine digital unterstützte Akutversorgung rund um die Uhr inadäquate Krankenhauseinweisungen zu reduzieren und so die Versorgungsqualität für geriatrische Patientinnen und Patienten nachhaltig zu steigern. In 24 Pflegeeinrichtungen konnten Pflegekräfte via Telekonsultation ärztliche Expertise anfordern, während nichtärztliche Praxisassistenzen (NäPaZ) bei Bedarf delegationsfähige Maßnahmen direkt vor Ort durchführten. Die Alarmierung des Rettungsdienstes blieb den medizinischen Notfällen vorbehalten. Die Ergebnisse belegen, dass diese Struktur in der Praxis äußerst zuverlässig funktionierte und insbesondere bei konsequenter Umsetzung eine klare Tendenz zur Reduktion der Hospitalisierungswahrscheinlichkeit sowie der ambulant- und pflegeheimsensitiven Krankenhausfälle (ASK/PSK) zeigte. Es ist davon auszugehen, dass eine überregionale Skalierung, die in der vorliegenden Evaluation methodisch nicht abgebildet wurde, die statistische Signifikanz dieser positiven Effekte mutmaßlich noch deutlicher untermauert hätte.
Bewertung durch den Innovationsausschuss
Der Innovationsausschuss hob besonders positiv hervor, dass Optimal@NRW ein effektives intersektorales Netzwerk etabliert hat. „Auch wenn für die Überführung in die Regelversorgung keine allgemeine Empfehlung ausgesprochen wurde, gelten die Ergebnisse vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und zunehmender Versorgungsengpässe als wegweisender Impuls für zukünftige digital gestützte Versorgungsmodelle“, betont Prof. Dr. med. Jörg Christian Brokmann, Konsortialführer des Projekts und Leiter des Zentrums für klinische Akut- und Notfallmedizin an der Uniklinik RWTH Aachen. Die Weiterleitung der Erkenntnisse an die Bundes- und Landesebene unterstreicht die Relevanz von Optimal@NRW als richtungsweisendes Modell für die nationale Notfallreform.



