Neuroonkologie

Ansprechpartner und Koordinator Neuroonkologie
Stellvertreter des Klinikdirektors Dr. med. G. Neuloh
gneulohukaachende

Funktionsoberarzt PD Dr. med. D. Delev – Neurochirurgische Tumorforschung
ddelevukaachende

Neurochirurgische Onkologie

Die chirurgische Behandlung von Tumoren des zentralen Nervensystems und seiner Hüllen sowie der peripheren Nerven stellt einen besonderen Schwerpunkt unserer Klinik dar. Die Therapie von hirneigenen Tumoren, Meningeomen sowie Hypophysenadenom und anderen Schädelbasistumoren, cerebralen und spinalen Metastasen, aber auch von selteneren Tumoren erfordert ein hoch differenziertes, sich kontinuierlich wandelndes und weiter entwickelndes operatives Management unter Einsatz aller Ressourcen einer Universitätsklinik.

Moderne Therapieprinzipien

Eine bedeutsame Entwicklung der letzten beiden Dekaden ist die Neubewertung des operativen Managements hirneigener Tumoren. Immer mehr empirische Daten hoher Qualität zeigen, dass das Ausmaß der Tumorresektion einen großen Einfluss auf die individuelle Prognose hat. Gleichzeitig ist die Vermeidung bleibender neurologischer Defizite nicht nur für die subjektive Lebensqualität, sondern auch für die Prognose bedeutsam. Diese Entwicklungen haben ein funktionell gesteuertes Operieren in vielen Zentren zum Standard erhoben. Dieses kommt auch bei anderen Tumoren (Schädelbasismeningeomen, Metastasen usw.) häufig zum Einsatz und ist ein besonderer klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt unserer Klinik.

Als Teil eines individualisierten Therapiekonzepts stehen der Klinik für Neurochirurgie modernsten bildgebenden Verfahren zur Verfügung, welche die präoperative Vorbereitung funktionell ergänzen und erweitern. Dazu gehören die sog. diffusionsbasierte MRT-Bildgebung mit Faserbahndarstellungen, funktionelles MRT und in Kooperation mit Forschungszentrum Jülich das sog. FET-PET. Damit können die Grenzen des tumoraktiven Gewebes und gleichzeitig funktionell wichtige Areale im Gehirn dargestellt und bei der Operationsplanung  berücksichtigt werden.

Zur präoperativen Vorbereitung bei Tumoren in der Nähe von funktionell besonders wichtigen Arealen gehört auch die Durchführung einer navigierten transkraniellen Magnetstimulation. Damit kann eine nicht-invasive Kartierung dieser Areale vorgenommen werden, welche in die intraoperative Neuronavigation eingelesen und während der Operation berücksichtigt werden kann.  

Über diese Untersuchungen hinaus haben Methoden der intraoperativen klinischen Neurophysiologie eine besondere Bedeutung, die eine kontinuierliche Überwachung z.B. der Bewegungsfunktionen erlauben und helfen, Durchblutungsstörungen des Gehirns während der Tumoroperation zu vermeiden. Gemeinsam mit dem neuroanästhesiologischen Team werden regelmäßig Operationen beim wachen Patienten zur Überprüfung der Sprache und anderer kognitiver Funktionen durchgeführt.

Interdisziplinäre Behandlung

Ein besonderes Merkmal der Therapie vieler neuroonkologischer Tumoren ist die überragende Bedeutung eines interdisziplinär abgestimmten Vorgehens. Zwar steht in der Regel die Operation am Anfang, die weitere radiotherapeutische und/oder onkologisch-chemotherapeutische Behandlung, die endokrinologische Einstellung, die pädiatrisch-onkologische Therapie bei Kindern sowie weitere, spezielle Behandlungsformen spielen jedoch im Gesamtkonzept eine ebenso bedeutsame Rolle. Durch die neu gegründete Sektion für Epileptologie (Klinik für Neurologie), können Patienten mit einer tumorbedingten Epilepsie beraten werden. Insbesondere bei bestimmten niedergradigen, langsam wachsenden Hirntumoren kann die Epilepsie soweit im Vordergrund stehen, dass die operative Therapie sowohl onkologische als auch epileptologische Aspekte berücksichtigen muss. Im der Uniklinik Aachen stehen alle diese Therapien und Fachdisziplinen auf höchstem Niveau zur Verfügung. Gleiches gilt für die neuroradiologische Diagnostik zur Planung des operativen Vorgehens, für die Neuroanästhesie und die operative Intensivmedizin, die psychologische Begleitung der oft seelisch schwer belasteten Patienten, die neuropsychologische Testung, ggf. für die präoperative internistische Diagnostik und nicht zuletzt für die im Umgang mit neuroonkologischen Patienten erfahrene Pflege. Alle neuroonkologischen Fälle werden im Rahmen der interdisziplinären neuroonkologischen Konferenz besprochen, die unter dem Dach des Krebszentrums - Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) beheimatet ist.

Apparative Ausstattung

Die Eingriffe erfolgen mit einer apparativen Ausstattung neuester Generation, u.a. Operationsmikroskopen mit allen Zusatzfunktionen (Tumorfluoreszenz und Fluoreszenzangiographie), mehren Geräte zur rahmenbasierten und rahmenlosen („Neuronavigation“) Stereotaxie mit Einbindung funktioneller Daten, mehrfacher Komplettausstattung für die intraoperative Neurophysiologie und modernen Ultraschallaspiratoren.

Erstvorstellung und Beratung

Neuroonkologische Patienten werden in der wöchentlichen Tumorsprechstunde unserer  Klinik beraten. Zudem kann jeder Patient mit einem Hirntumor, der nach Diagnosestellung eventuell viele drängende Fragen hat, sehr kurzfristig einen Termin für ein erstes Gespräch erhalten in unserer Ambulanz. Klinisch dringliche Fälle werden jederzeit gesehen, ggf. aufgenommen und versorgt.

Telefonnummer der Poliklinik:     0241 80-88483
Hotline der Klinik für Notfälle:     0241 80-36063.

Ansprechpartner und Koordinator Neuroonkologie

Stellvertreter des Klinikdirektors Dr. med. G. Neuloh
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Funktionsoberarzt PD Dr. med. D. Delev – Neurochirurgische Tumorforschung
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