Seit Anfang 2024 zertifiziert die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) Intensivstationen, die ihre Besucherregelungen menschlich und einfühlsam gestalten, als „Angehörigenfreundliche Intensivstation“. An der Uniklinik RWTH Aachen konnten alle Stationen die nötigen Kriterien erfüllen. Am 7. September wurden die Zertifikate im Zahn 7 feierlich überreicht.
Es war kein leichtes Unterfangen, doch sie haben es geschafft: Alle Intensivstationen der Uniklinik RWTH Aachen wurden von der DGF als „Angehörigenfreundliche Intensivstationen“ ausgezeichnet. Ziel dieser Zertifizierung ist es, die emotionale Unterstützung für Patientinnen und Patienten zu stärken, die Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Angehörigen zu intensivieren und den Klinikalltag menschlicher zu gestalten. Die zertifizierten Stationen ermöglichen jederzeit den Kontakt und Einbezug von Bezugspersonen zu Patienten und fördern somit eine humane, patientenorientierte Intensivpflege. Auch Kinderbesuche sollen in einem besonders einfühlsamen Rahmen ermöglicht werden.
Strenge Kriterien und ein engagiertes Team
Um eine Zertifizierung zu erhalten, müssen Intensivstationen festgelegte Kriterien erfüllen und insgesamt 30 Punkte aus einem definierten Kriterienkatalog nachweisen. Die Kriterien umfassen unter anderem: individuelle Besuchsgestaltung ohne feste Zeiten, Einbindung der Angehörigen bei Aufnahme und Behandlungsplanung, Unterstützung bei Sprachbarrieren durch interne oder externe Dolmetscher sowie Priorisierung von Angehörigen bei hohem Gesprächsbedarf oder kritischem Patientenstatus.
Nachdem die zuständigen Pflegedienstleitungen gemeinsam mit den jeweiligen Leitungen der einzelnen Bereiche im März 2026 beschlossen hatten, eine Zertifizierung anzustreben, gab es viel zu tun: Der Kriterienkatalog der DGF musste abgearbeitet und alle stationsrelevanten Daten zusammengetragen und eingereicht werden. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Ein halbes Jahr später, am 7. September 2026, wurden die Zertifikate im Rahmen einer feierlichen Übergabe offiziell überreicht.
Weitere Maßnahmen sind bereits in Planung
Die Zertifizierung umfasst einen Zeitraum von zwei Jahren. Anschließend kann eine Re-Zertifizierung beantragt werden, sofern fünf weitere Punkte im Kriterienkatalog erfüllt werden. Mit diesem Ziel vor Augen kümmert sich das Team bereits um die Umsetzung weiterer Maßnahmen: „Aktuell entwickeln wir beispielsweise Schulungen und Gesprächsleitfäden für Angehörigenkommunikation in herausfordernden Situationen. Darüber hinaus ist geplant, die Besucherräume und Versorgungsmöglichkeiten weiter zu verbessern“, erklärt Bereichsleiterin Benedikte Bücherl. Die Zertifizierung ist für sie also kein Grund, das Projekt schleifen zu lassen. „Im Gegenteil: Wir möchten uns stetig verbessern und gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Intensivstationen für alle Anwesenden Orte der Fürsorge und Heilung sind.“















