Bestimmung des NRAS-Mutations-Status

Die Bestimmung des NRAS-Mutationsstatus ist u. a. wichtig bei der Behandlung von Patienten mit Dickdarmkarzinom und Melanomen, auch beim Lungenkarzinom liegt NRAS vereinzelt (ein Prozent) mutiert vor. Hierbei wird untersucht, ob es im NRAS-Gen (NRAS, Abk. für „Neuroblastoma RAS“) im Laufe der Entstehung des Tumors zu onkogenen Mutationen gekommen ist oder nicht. Man spricht dann auch von Wildtyp- oder mutierten NRAS. Bei ca. 20 Prozent aller Melanompatienten und ca. drei Prozent aller Dickdarmkrebs-Patienten liegt das NRAS-Gen in der mutierten Form vor. Daraus resultiert ein permanent aktivierter NRAS-Signalweg und das Nicht-Ansprechen von EGFR-Inhibitoren beim Dickdarmkrebs, da das mutierte NRAS „stromabwärts“ von EGFR „sitzt“. Geeignete Zielstrukturen „stromabwärts“ von mutierten NRAS sind noch in der Entwicklung.

Die NRAS-Mutationsanalyse kann an Tumormaterial durchgeführt werden, das im Rahmen der pathologischen Diagnostik sowieso entstanden und verfügbar ist, sogenanntes Paraffinmaterial. Ausgehend von Schnittpräparaten dieses Materials auf Glasobjektträgern kann der Pathologe Bereiche mit einem hohen Anteil an Tumorzellen anzeichnen, die für die Isolation der DNA in ein Gefäß überführt werden. Mit Hilfe der sogenannten PCR-Technik lassen sich dann aus der genomischen DNA die relevanten Bereiche des NRAS-Gens vermehren und durch die DNA-Sequenzierung analysieren. Das Analyseergebnis liegt üblicherweise wenige Tage nach Probeneingang vor und wird dem behandelnden Arzt übermittelt.