Das Zentrum - Schwerpunkte und Leistungserbringer

Interdisziplinäre Fallkonferenz

Um Patientinnen und Patienten mit komplexen Gefäßmalformationen bestmöglich zu versorgen, findet in unserem Zentrum regelmäßig eine interdisziplinäre Fallkonferenz statt. Hier werden alle relevanten Befunde gemeinsam von Expertinnen und Experten aus allen unten genannten Fachabteilungen besprochen. Durch diese strukturierte Zusammenarbeit entsteht für jede Patientin und jeden Patienten ein individuell abgestimmter, leitlinienorientierter Behandlungsplan, der diagnostische, therapeutische und langfristige Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.

Beteiligte Kliniken, Institute und Zentren

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin:
Univ.-Prof. Dr. med. Max Liebau

Sektion Pädiatrische Hämatologie, Onkologie & Stammzelltransplantation:
Univ.-Prof. Dr. med. Udo Kontny, Dr. med. Olga Moser, Dr. med. Tristan Römer,
Dr. med. Peter Deutz, Dr. med. Philipp Berger

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mit ihren spezialisierten Sektionen für Neuropädiatrie und Onkologie übernimmt im Zentrum für Gefäßmalformationen eine zentrale koordinierende Funktion. Sie dient vielen Familien als erste Anlaufstelle, organisiert das Patientenmanagement und begleitet Betroffene über den gesamten diagnostischen und therapeutischen Prozess hinweg. Durch ihre Expertise in komplexen, chronischen und systemischen Erkrankungen verantwortet die Klinik insbesondere die medikamentöse Therapie einschließlich neuer zielgerichteter Behandlungsansätze sowie die supportive Behandlung, beispielsweise im Schmerz-, Infektions- und Gerinnungsmanagement. Darüber hinaus gewährleistet sie eine strukturierte langfristige Nachsorge, die neurologische, funktionelle und onkologische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt und so eine kontinuierliche Betreuung von der Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter ermöglicht.

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin:
Univ.-Prof. Dr. med. Max Liebau

Sektion Neuropädiatrie:
Univ.-Prof. Dr. med. Martin Häusler, Dr. med. Ute Deutz, Dr. med. Arzu Stoppe

Die Uniklinik RWTH Aachen versorgt Kinder und Jugendliche mit zerebralen Gefäßmalformationen in einer etablierten interdisziplinären Struktur. In der seit 2010 etablierten, wöchentlichen stattfindenden zerebrovaskulärenKonferenz werden alle Fälle multidisziplinär von Neuropädiatrie, Neurochirurgie, Neuroradiologie und Neurologie besprochen, um individuelle Therapiepläne zu erstellen. Die Neuropädiatrie koordiniert die Betreuung, während die Neuroradiologie die bildgebende Diagnostik übernimmt und minimalinvasive Therapien wie Embolisationen anbietet. Die Neurochirurgie führt bei Bedarf mikrochirurgische Resektionen von AVMs oder Kavernomen durch, wobei kinderspezifische Aspekte wie die Schonung sich entwickelnder Hirnareale berücksichtigt werden. Die Klinik für Neurologie berät mit Blick auf die langjährigen Erfahrungen und Studiendaten aus der Erwachsenenmedizin. Im Sozialpädiatrischen Zentrum erfolgt eine ganzheitliche Behandlung psychologischer, sozialmedizinischer und körperlicher Folgeprobleme.

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Frank Hölzle, Dr.med. Dr.med. dent. Julian Wittenborn

Die Neurochirurgie bietet im Rahmen der ambulanten Vorstellung eine Beratung, Begutachtung der Diagnostik und Therapieplanung bei vaskulären Erkrankungen (z. B. Aneurysmen, Angiome - arteriovenöse Malformationen = AVMs, Cavernome, Fisteln) – auch im Kindesalter in Kooperation mit der Neuropädiatrie.

Die interdisziplinäre Besprechung erfolgt in der zerebrovaskulären Konferenz mit Neurochirurgie, Neuroradiologie, Neurologie und Neuropädiatrie. Hier werden Bildgebung, Therapieoptionen (operativ, interventionell, konservativ) und Risiko-Nutzen-Abwägung für jeden Einzelfall diskutiert und ein Konsens erarbeitet.

Die Neurochirurgie übernimmt dabei:

  • Begutachtung der Bildgebung (Operabilität, Risikofaktoren)
  • Beratung zu Therapieoptionen (Clipping, Resektion, Rekonstruktion etc.)
  • Operative Versorgung des gesamten Spektrums vaskulärer Erkrankungen – sofern sinnvoll.

Die interdisziplinäre Abstimmung begleitet den gesamten Behandlungsverlauf: von der präoperativen Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge und Langzeitbetreuung, besonders bei Kindern.