Lehr- und Forschungsgebiet Healthy Living Spaces

Menschen verbringen 90 Prozent und mehr ihrer Zeit für Arbeit und Wohnen innerhalb von Gebäuden und sind dabei den thermischen, visuellen, olfaktorischen und akustischen Innenraumbedingungen exponiert. Zahlreiche Studien berichten von gebäude-bezogenen Gesundheitsstörungen, wie zum Beispiel der Reizung von Augen, Nase und/oder Rachen, Hautreizung, und Nervensystem-assoziierter Symptome. Zusätzliche Belastungen entstehen durch thermische, visuelle, akustische und/oder olfaktorische Stimuli außerhalb individueller Behaglichkeitszonen, wobei diese sowohl mit dem baulichen und sozialen Kontext, als auch mit den Eigenschaften des Individuums variieren. Von Interesse sind in diesem Zusammenhang Schwellenwerte zwischen Expositionen, die als fördernd betrachtet werden, das Wohlbefinden oder die Leistungsfähigkeit beeinflussen, oder schließlich zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Erkrankung führen. Die Erforschung dieser Expositionsschwellen für eine deutlich verbesserte Vorhersagemöglichkeit von Belastungen im Kontext dynamischer und sich verändernder Randbedingungen, wie dem Klima- und demografischen Wandel, bedarf interdisziplinärer Ansätze in Kombination mit internationalen Kooperationen. Zusätzlich bedarf es transdisziplinärer Ansätze, für die Überführung der Erkenntnisse in die medizinische und planerische Praxis.

Themen des von der Stiftung VILLUM FONDEN neu eingerichteten Lehr- und Forschungsgebietes sind die Prävention sogenannter Gebäude-bezogener Gesundheitsstörungen, innovative Ansätze zur Gestaltung von Lebensräumen und Gebäuden, Analyse von Störquellen sowie Entwicklung und Etablierung präventiver Maßnahmen. Ein Schwerpunkt wird hierzu zum einen auf der Weiterentwicklung von Methoden zur Erfassung individueller Belastungsschwellen im Kontext multi-modaler und dynamischer Expositionen zusammen mit vorhandenen Adaptationspotentialen liegen. Hierzu werden u.a. experimentelle Studien in der „Aachener Arbeitsplatz-Simulationsanlage“ durchgeführt. Zum anderen sollen Kenntnisse gewonnen werden, wie Adaptationspotentiale verbessert und vorhandene Störquellen durch inter- und transdisziplinäre Ansätze während Planung und Betrieb von Gebäuden minimiert werden können.

Neben den dargestellten eigenen Forschungsarbeiten sieht sich die Gruppe als inter- und transdisziplinäre Schnittstelle zwischen medizinischer Forschung, und relevanten Forschungstätigkeiten in den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen, Maschinenwesen, Natur- und Sozialwissenschaften sowie Elektrotechnik und Informationstechnologie und strebt entsprechende Kooperationen an.

Team
 

Leitung

Univ.-Prof. Dr. Marcel Schweiker


Sekretariat

Sinje Küff


Wissenschaftliche Angestellte

Janine Bardey

Dr. rer. nat. Simon Barton

Dr. Hannah Pallubinsky


Studentische Hilfskräfte

Kimberly Afamefuna

Benjamin Sehring