Die Uniklinik RWTH Aachen erweitert ihr medizinisches Angebot um das Interdisziplinäre universitäre Frauenherzzentrum. Das neue Zentrum bündelt die Expertise verschiedener Fachdisziplinen, um Frauen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko eine umfassende und geschlechtsspezifische Betreuung anzubieten. Ziel ist es, das kardiovaskuläre Risiko von Frauen in allen Lebensphasen frühzeitig zu erkennen, gezielt zu behandeln und so kardiovaskulären Ereignissen vorzubeugen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsrisiken von Frauen. Die Symptome entsprechen jedoch nicht immer dem klassischen Bild eines Herzinfarkts, das sich vor allem an den bei Männern häufig beobachteten Symptomen orientiert. Frauen weisen zum Teil andere Symptome, Risikofaktoren und Krankheitsverläufe auf. So äußern sich Herzinfarkte bei Frauen oftmals durch atypische Beschwerden wie Übelkeit, Erschöpfung oder Oberbauchschmerzen und werden deshalb nicht immer erkannt.
Angebot für Frauen in allen Lebensphasen
„Frauen weisen in verschiedenen Lebensphasen besondere kardiovaskuläre Risikoprofile auf. Durch die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen können wir Risiken frühzeitig erkennen und behandeln“, erklärt Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx, Klinikdirektor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin und Leiter des Interdisziplinären universitären Frauenherzzentrums.
Das Leistungsspektrum umfasst unter anderem die Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen bei Frauen, die Begleitung von Patientinnen mit Herzerkrankungen bei Kinderwunsch und Schwangerschaft sowie die Optimierung von Risikofaktoren rund um die Menopause. Darüber hinaus werden psychische Belastungen und deren Einfluss auf die Herzgesundheit gezielt berücksichtigt. „Viele kardiovaskuläre Risikofaktoren bei Frauen stehen in engem Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen oder besonderen Lebensphasen wie Schwangerschaft und Menopause. Mit dem Interdisziplinären universitären Frauenherzzentrum schaffen wir durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen ein Angebot, das diese Zusammenhänge gezielt in den Blick nimmt“, erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Rosalia Angela Dettori, Koordinatorin des Zentrums.
Ein Zeichen für die patientinnenorientierte Medizin
Mit der Eröffnung des Interdisziplinären universitären Frauenherzzentrums setzt die Uniklinik RWTH Aachen ein Zeichen für eine moderne, patientinnenorientierte Medizin und stärkt die Versorgung von Frauen in der gesamten Region. „Die enge Verzahnung der unterschiedlichen Fachbereiche schafft optimale Voraussetzungen für Prävention, Diagnostik und Therapie auf universitätsmedizinischem Niveau“, freut sich Univ.-Prof. Dr. med. Joachim Windolf, Ärztlicher Direktor der Uniklinik RWTH Aachen.
Beteiligte Kliniken
- Klinik für Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin
- Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin
- Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
- Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen (Medizinische Klinik II)
- Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stammzelltransplantation (Medizinische Klinik IV)
- Klinik für Kinderkardiologie und Angeborene Herzfehler








