Aachen, 30.06.2026 – Univ.-Prof. Dr. med. Charlotte S. Weyland hat die kommissarische Leitung der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie der Uniklinik RWTH Aachen übernommen. Die 36-Jährige bringt ein breites Erfahrungsprofil in Klinik und Wissenschaft mit und plant, die interdisziplinäre Zusammenarbeit am Standort Aachen unter anderem für den Aufbau einer neurovaskulären Sprechstunde zu nutzen.
Univ.-Prof. Dr. med. Charlotte S. Weyland ist bereits seit September 2022 als Oberärztin an der Uniklinik RWTH Aachen tätig. Zuvor arbeitete sie am Universitätsklinikum Heidelberg, wo sie in der Klinik für Neuroradiologie tätig war und ihre Facharztausbildung für Radiologie absolvierte. Dort erfolgte auch 2022 ihre Anerkennung als Fachärztin für Radiologie sowie ihre Habilitation. Ergänzend verfolgte sie in den letzten Jahren eine gesundheitsökonomische Qualifikation mit dem Master of Health Business Administration. Erste klinische Erfahrungen sammelte sie vor der radiologischen und neuroradiologischen Ausbildung als Assistenzärztin in der Klinik für Neurologie mit dem Schwerpunkt vaskuläre Neurologie am Universitätsklinikum Tübingen. In ihrer Freizeit ist sie gerne sportlich aktiv und verbringt Zeit in der Natur mit ihrem Labrador.
Schwerpunkt: Neurovaskuläre Erkrankungen
In ihrer klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit befasst sich die gebürtige US-Amerikanerin, die in Frankfurt am Main aufgewachsen ist, mit der interventionellen Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen. Dazu zählen minimalinvasive Eingriffe an den arteriellen und venösen Hirngefäßen ebenso wie die Weiterentwicklung bildgebender Verfahren.
Prof. Weyland ist an einer Vielzahl von Forschungsprojekten beteiligt, darunter klinische Studien und Grundlagenforschung sowie wegweisende Projekte rund um KI-gestützte Bildgebung. So wirkt sie maßgeblich am EU-geförderten Projekt InterACT – Integrated Analysis and Collaboration Tool: Plattform für medizinische Bilddatenanalyse und koordinierte Zusammenarbeit mit KI und Open-Source mit und entwickelt damit die moderne medizinische Bildverarbeitung weiter.
Ausbau interdisziplinärer Versorgungsangebote
Ein zentrales Vorhaben in ihrer neuen Funktion als kommissarische Klinikleitung ist die Etablierung einer neurovaskulären Sprechstunde. Dieses Angebot richtet sich an Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen im Kopf- und Halsbereich, der Hirngefäße sowie des Rückenmarks.
„Mit der Sprechstunde ermöglichen wir eine strukturierte Diagnostik und Beratung und damit eine gezielte Zuweisung in weiterführende Behandlungsangebote bei Gefäßerkrankungen“, so Prof. Weyland über die neue Sprechstunde. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei für sie auf der Verzahnung der Disziplinen innerhalb der Uniklinik RWTH Aachen: „Die beteiligten Fachdisziplinen arbeiten in Aachen eng vernetzt und unter einem Dach zusammen. Das ist sowohl für die Abstimmung untereinander als auch für die Patientinnen und Patienten ein Vorteil“, führt sie aus.
Förderung des medizinischen Nachwuchses
Neben der Klinik und Forschung engagiert sich Prof. Weyland in der universitären Lehre und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auch auf nationaler und europäischer Ebene. Dazu zählen unter anderem interaktive Seminare am Simulator sowie die Arbeit als Tutorin für Angiographie-Kurse in Aachen und für die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR). Als ständiges Mitglied des Leitlinienkomitees der europäischen Gesellschaft für minimal-invasive neurologische Therapie (ESMINT) hilft sie operative Standards in der Neurointervention zu formulieren und zu etablieren.









