Seit dem 1. April 2026 leitet Priv.-Doz. Dr. Steven R. Talbot das Institut für Medizinische Statistik der Uniklinik RWTH Aachen kommissarisch. Er folgt auf Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Ralf-Dieter Hilgers, der sich Ende Februar 2026 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete.
Mit Dr. Steven Talbot gewinnt die Uniklinik RWTH Aachen eine ausgewiesene Führungspersönlichkeit an der Schnittstelle von Datenwissenschaft, künstlicher Intelligenz und translationaler Forschung. Der studierte Biochemiker und Data Scientist leitete zuletzt die Preclinical Data Science Group am Institut für Versuchstierkunde der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Dort verantwortete er interdisziplinäre Forschungsprogramme, vereinte KI, Statistik und experimentelle Medizin und stärkte die Translation präklinischer Forschung in klinische Anwendungen.
Pionierarbeit in der quantitativen Schweregradbewertung
Seinen wissenschaftlichen Fokus legt Dr. Steven Talbot auf datengetriebene Lösungen zur quantitativen Schweregradbewertung in der Tierforschung. Zu seinen zentralen Leistungen zählt die Entwicklung des RELSA-Scores (Relative Severity Assessment), eines multidimensionalen Algorithmus zur objektiven Belastungsquantifizierung. Den Ansatz überführte er erfolgreich in die klinische Anwendung und adaptierte ihn für die Pädiatrie als Patient Vital Score (PVS) zur Überwachung kritisch kranker Kinder. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die konsequente Umsetzung der 3R-Prinzipien (Replace, Reduce, Refine) mithilfe datenbasierter Reduktionsstrategien sowie die Validierung von Alternativmethoden, beispielsweise Organoid-Modellen im Rahmen multizentrischer Studien.
An der Uniklinik RWTH Aachen möchte der Institutsdirektor weiterhin den Einsatz von KI und statistischen Methoden in regulatorischen Prozessen vorantreiben und die Medizinische Statistik zukunftsorientiert ausrichten.






