Nachhaltigkeit

Die Uniklinik RWTH Aachen verbindet als Supramaximalversorger patientenorientierte Medizin und Pflege, Lehre sowie Forschung auf internationalem Niveau. Mit 35 Fachkliniken, 37 Instituten und 6 fachübergreifenden Einheiten deckt die Uniklinik das gesamte medizinische Spektrum ab. Hervorragend qualifizierte Teams aus Ärzten, Pflegern und Wissenschaftlern setzen sich kompetent für die Gesundheit der Patienten ein. Hierfür stehen wir an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung. Die Bündelung von Krankenversorgung, Forschung und Lehre in einem Zentralgebäude bietet beste Voraussetzungen für einen intensiven interdisziplinären Austausch und eine enge klinische und wissenschaftliche Vernetzung.

Medizin geht jedoch grundsätzlich einher mit einem hohen Material- und Energiebedarf. Der Studie „Health care climate footprint report“ zufolge beträgt weltweit der Anteil des Gesundheitssektors an den globalen Nettoemissionen 4,2 Prozent. Wäre der globale Gesundheitssektor ein Land, wäre er im weltweiten Ranking der Länder der fünftgrößte Emittent von Klimagasen!

Gemäß den politischen Zielsetzungen der Vereinten Nationen und der Europäischen Nachhaltigkeitsrichtlinie CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) stellen wir uns in der Uniklinik gemeinsam mit unserem Tochterunternehmen ukafacilities GmbH der Herausforderung, mit einer hochtechnisierten Spitzenmedizin zum Wohlergehen in der Gesellschaft beitragen zu können, und dabei unser Nachhaltigkeitsmanagement stets weiter zu verbessern.

Projekte und Initiativen zum Thema Nachhaltigkeit, die bereits in Arbeit oder umgesetzt sind, stellen wir Ihnen hier vor.

Hier geht es zu unserem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht 2025.

Den Nachhaltigkeitsbericht 2024 finden Sie hier.

Fragen und Anregungen richten Sie bitte an folgende E-Mail-Adresse: nachhaltigkeitukaachende

Wir stellen aktuell circa 600 Fahrradstellplätze für unsere Mitarbeitenden bereit. Darüber hinaus bietet ein innovatives Mobilitätskonzept weitere Anreize für alternative Mobilitätsangebote neben dem Individualverkehr. Das Mobilitätsbudget soll einen Anreiz schaffen, diese zu nutzen. Hierbei stehen den Beschäftigten im Monat 15 Euro zur Verfügung. Dies können Beschäftigte für Bus und Bahn im ÖPNV (auch anteilig zum Deutschlandticket), BikeSharing, CarSharing sowie eScooter einlösen.

Weiterhin bieten wir für unsere Mitarbeitenden die Option, ein zinsloses Darlehen in Form eines Gehaltsvorschusses in Höhe von bis zu 4.000 € für die erstmalige Beschaffung eines (E-)Fahrrades oder E-Autos zu beantragen.

Zur Reduzierung des Pendlerverkehrs wurde die Mitfahr-App Karos Mobility eingeführt. Sie soll Beschäftigte dabei unterstützen, Fahrgemeinschaften für den Arbeitsweg zu bilden und dadurch die Anzahl einzeln genutzter Pkw zu reduzieren.

Abfallvermeidung oder -verwertung sind oberstes Ziel einer verantwortungsvollen Abfallwirtschaft. So vielfältig wie die Tätigkeiten in den einzelnen Bereichen einer Uniklinik sind, so vielfältig sind auch die Abfälle, die dabei anfallen. Wir engagieren uns trotz des dementsprechenden Abfallaufkommens als Maximalversorger für eine nachhaltige Abfalltrennung sowie -vermeidung. Dazu sammelt die Uniklinik RWTH Aachen aktuell etwa 60 getrennte Stoffgruppen. Circa 55 % des Abfalls wird für eine stoffliche oder thermische Verwertung genutzt.

Für das Recycling beziehungsweise eine effiziente Abfallvermeidung engagieren wir uns mit verschiedenen Projekten. Mit einer Gesamtverwertungsquote von 85 % – 95 % führt der Geschäftsbereich IT ausrangierte IT-Geräte einem Refurbishment unter Einhaltung jeglicher DSGVO-Bestimmungen bis hin zur zertifizierten Datenlöschung und Datenträgervernichtung zu. Eine hausinterne Möbelbörse vermittelt ausrangierte Möbel innerhalb der Uniklinik RWTH Aachen. Einige Bereiche der Forschung im Hause beteiligen sich an einem Rückholservice für PET-Zellkulturflaschen oder Umverpackungen von Spitzenbehältern. Darüber hinaus sammeln die OP-Bereiche Aluminiumverpackungen von Nahtmaterialien getrennt und führen diese einem Recyclingprozess zu. Auch ausgediente OP-Schuhe werden recycelt: Aus dem Material wird Granulat hergestellt, das anschließend zur Produktion neuer Einlegesohlen dient.

Ein weiteres Beispiel ist das Altmedikamenten-Recyclingprogramm. Hierbei werden abgelaufene Tabletten und Kapseln gesammelt und die enthaltenen Wirkstoffe extrahiert. Diese finden anschließend beispielsweise für Forschungszwecke oder Praktika Weiterverwendung.

Das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz (LkSG) ist ein Gesetz, das die Einhaltung sozialer, ökologischer und menschenrechtlicher Standards entlang der Lieferkette sicherstellt. Diese Standards umfassen Aspekte wie Arbeitsbedingungen, Umweltschutz, Menschrechte und Korruptionsbekämpfung. Die Uniklinik RWTH Aachen setzt sich für die Einhaltung dieser Standards ein und verpflichtet ihre Lieferanten, die entsprechenden Anforderungen zu erfüllen.

Die Beschaffung der Dienstkleidung erfolgt auf nachhaltigem Wege mit dem staatlichen Siegel des Grünen Knopfes. Der Grüne Knopf kennzeichnet sozial und ökologisch nachhaltig hergestellte Textilien und bietet eine verlässliche Orientierung beim Einkauf.

Die sichere Energieversorgung ist eine wesentliche Voraussetzung für den Betrieb der Uniklinik RWTH Aachen. Aufgrund der medizinischen Versorgung, der technischen Infrastruktur sowie des Forschungs- und Laborbetriebs weist der Standort einen hohen Energiebedarf auf. Ziel ist es, Energieverbräuche systematisch zu analysieren und die Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern.

Grundlage hierfür ist das Energiemanagementsystem nach ISO 50001. Energieverbräuche werden regelmäßig erfasst und ausgewertet, Einsparpotenziale identifiziert sowie geeignete Maßnahmen hinsichtlich ihrer energetischen Wirkung bewertet und nachverfolgt.

Zu den umgesetzten und laufenden Maßnahmen gehören unter anderem der Betrieb von zwei Blockheizkraftwerken, der Einsatz von Wärmerückgewinnung, die Umrüstung auf LED-Beleuchtung sowie die Planung und Errichtung weiterer Photovoltaikanlagen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird im Rahmen des Energiemanagementsystems kontinuierlich überprüft.

Mit ihrer Energiepolitik verpflichtet sich die Uniklinik RWTH Aachen, ihre energiebezogene Leistung kontinuierlich zu verbessern. Dazu gehören die systematische Erfassung und Bewertung von Energieverbräuchen, die Festlegung von Energiezielen sowie die Umsetzung und Überprüfung geeigneter Maßnahmen.

Weitere Bestandteile der Energiepolitik sind die Einhaltung geltender rechtlicher und regulatorischer Anforderungen, die Berücksichtigung der Energieeffizienz bei relevanten Beschaffungs-, Planungs- und Betriebsentscheidungen sowie die Förderung eines energiebewussten Handelns im Arbeitsalltag.

Die Energiepolitik bildet die Grundlage für das Energiemanagementsystem der Uniklinik RWTH Aachen und stellt einen verbindlichen Handlungsrahmen für alle Bereiche dar.

Die ukafacilities GmbH übernimmt Aufgaben im Planungs-, Bau- und Projektmanagement für Bau- und Modernisierungsmaßnahmen der Uniklinik RWTH Aachen. Dabei werden Anforderungen aus den Bereichen Gebäudebetrieb, Energieeffizienz, Lebenszyklusbetrachtung sowie gesetzliche und projektspezifische Vorgaben in die Planung einbezogen.

Bei ausgewählten Neubauprojekten wird das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) als Planungs- und Bewertungsgrundlage angewendet. Das BNB betrachtet ökologische, ökonomische, soziokulturelle, technische und prozessbezogene Aspekte über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes.

Die Nutzung geeigneter Dachflächen für Photovoltaikanlagen und extensive Dachbegrünungen wird im Rahmen der jeweiligen Projektplanung geprüft. Die Umsetzung erfolgt unter Berücksichtigung technischer, funktionaler, wirtschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen.

Bei der Erneuerung von Kälteanlagen wird der Einsatz von Kältemitteln mit geringerem Treibhauspotenzial geprüft. Dazu gehört, soweit technisch und sicherheitsbezogen geeignet, auch der Einsatz des natürlichen Kältemittels Propan.

Im Bereich der Ernährung engagieren wir uns vielfältig. Bei der Auswahl an Lieferanten kommen mehrere regionale Anbieter zum Einsatz. Im Speisenangebot gibt es ein breites Spektrum an vegetarischen und veganen Speisen, welche täglich als Alternative im regulären Menü angeboten werden. Mit der Salat- und Müslitheke gibt es ein Angebot für frische und individuell zusammenstellbare Speisen. Es wird zudem vollständig auf frittierte Produkte verzichtet. 

Für Beschäftigte steht außerdem ein kostenloses Wasserangebot im Haus zur Verfügung. Zur Müllvermeidung im Kantinenbereich existiert ein Pfand-Mehrwegsystem für die Mitnahme von Speisen und Getränken. In der Großküche sowie in der Personalkantine kommt ein KI-Monitor zum Einsatz, der die Lebensmittelabfälle detektiert.

Um CO2-Emissionen einzusparen, kommen energiesparende Konvektomaten anstelle veralteter Küchentechnik zum Einsatz. Der Bestellweg für den Lebensmittelbedarf auf den Stationen erfolgt darüber hinaus papierlos per Tablet.

Auch in der Medizin und Forschung setzt die Uniklinik RWTH Aachen auf ressourcenschonende Prozesse und innovative Lösungsansätze. Beispielsweise arbeitet die Klinik für Anästhesiologie in interdisziplinären Forschungsprojekten mit anderen Universitätskliniken und Partnern der RWTH Aachen daran, die Umweltauswirkungen der alltäglichen Arbeit besser zu verstehen und Potenziale für mehr Nachhaltigkeit zu identifizieren. 

Dazu gehören unter anderem die Aufstellung einer Ökobilanzierung des Aachener Telenotarztsystems und der Teleprämedikation oder die Verbesserung der Beatmungseinstellungen und die Optimierung des Narkosegasverbrauches während der Anästhesie. Das EIT Health/EIT Raw Materials Projekt ‚Girls Go Circular‘ bringt Schülerinnen und Schülern Zusammenhänge von Gesundheit und Kreislaufwirtschaft näher und ist mit dem Brigitte-Gilles-Preis der RWTH ausgezeichnet. In einem Pilotprojekt analysieren die Klinik für Thoraxchirurgie und Umweltingenieure der RWTH Aachen gemeinsam die Ressourcen, die bei der Versorgung thoraxchirurgischer Patientinnen und Patienten während ihres Krankenhausaufenthalts zum Einsatz kommen.

Ein interdisziplinäres Forschungslabor-Nachhaltigkeitskomittee setzt sich für verschiedene Fragestellungen rund um Energieeinsparungen oder der Reduktion von Plastikmüll im Forschungslabor ein. 

Weitere Informationen zu den Forschungsprojekten finden Sie » hier.