Gleich drei Nachwuchswissenschaftler aus der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, Medizinische Klinik I, der Uniklinik RWTH Aachen wurden im Rahmen bedeutender wissenschaftlicher Kongresse für ihre Forschungsarbeiten ausgezeichnet. Dr. med. Berkan Kurt erhielt den 1. Preis des renommierten Hans-Blömer Young Investigator Award für Klinische Herz-Kreislaufforschung 2026 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK). Lisa Schütze wurde beim Young Investigator Award Herzinsuffizienz der DGK-Jahrestagung 2026 mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Maximilian Neuhaus erhielt auf dem 132. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin einen Posterpreis.
Die prämierten Arbeiten entstanden in wissenschaftlichen Arbeitsgruppen der Medizinischen Klinik I unter der Leitung des Klinikdirektors Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx. Sie verdeutlichen die breite wissenschaftliche Ausrichtung der Klinik in den Bereichen kardiovaskuläre Inflammation, Herzinsuffizienz, kardiometabolische Erkrankungen und translationale Atheroskleroseforschung.
Inflammation und endogene GLP-1-Spiegel als Marker kardiovaskulären Risikos
Dr. med. Berkan Kurt wurde für seine Arbeit „GLP-1 levels predict adverse cardiovascular events in hospitalized patients with residual inflammatory risk“ mit dem 1. Preis des Hans-Blömer-Young Investigator Award für klinische Herz- und Kreislaufforschung ausgezeichnet. Die Arbeit entstand in der Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Dr. med. Florian Kahles und basiert auf Daten der ARIANA-Studie, dem „All-comer registry for immunocardiology and cardiometabolic diseases Aachen“. In der prämierten Arbeit wurde untersucht, ob endogene Spiegel des Inkretinhormons GLP-1 mit dem Auftreten schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse assoziiert sind. Im besonderen Fokus standen dabei kardiologische Patientinnen und Patienten mit residualem inflammatorischem Risiko, das über erhöhte hsCRP-Werte erfasst wurde. Die Arbeit zeigt, dass erhöhte körpereigene GLP-1-Spiegel insbesondere bei Patienten mit residualem inflammatorischem Risiko mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert sind und liefert damit neue Hinweise auf die enge Verknüpfung von Inflammation, Stoffwechselregulation und kardiovaskulärem Risiko.
Entzündungsprozesse als möglicher Treiber der Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion
Lisa Schütze, Assistenzärztin der Medizinischen Klinik I, wurde mit dem zweiten Preis des Young Investigator Award Herzinsuffizienz für ihre Arbeit „Association Between low-grade Inflammation and Left-Ventricular Longitudinal Strain in Heart Failure and HFpEF Phenotypes“ ausgezeichnet. Die Arbeit entstand in den Arbeitsgruppen von Privatdozentin Dr. med. Kirsten Thiele und Privatdozent Dr. med. Martin Berger. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen chronischer niedriggradiger Inflammation und echokardiographischen Parametern der linksventrikulären Funktion bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Inflammation insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (Heart failure with preserved ejection fraction, HFpEF) mit einer eingeschränkten myokardialen Relaxation und longitudinalen Deformation assoziiert ist. Ergänzende Analysen in der United Kingdom Biobank und explorative genetische Auswertungen unterstützen die Hypothese, dass inflammatorische Signalwege eine funktionelle Rolle bei der Entwicklung myokardialer Funktionsstörungen im HFpEF-Phänotyp spielen könnten.
Neuer Mechanismus der CKD-assoziierten Atherosklerose
Maximilian Neuhaus erhielt auf dem 132. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin den Posterpreis für seine Arbeit „Immune cell lipid crosstalk between intestinal leukocytes and modified ApoA-I as a novel mechanism in CKD aggravated atherosclerosis“. Die Arbeit entstand in der Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Dr. med. Florian Kahles und Privatdozent Dr. rer. nat. Emiel van der Vorst. Im Fokus stand die Frage, wie chronische Nierenerkrankungen über posttranslationale Modifikationen von Apolipoprotein A-I, dem Hauptprotein von HDL, inflammatorische Prozesse und Atherosklerose fördern können. Die Ergebnisse beschreiben einen neuen Zusammenhang zwischen CKD-bedingter ApoA-I-Modifikation, intestinalen Immunzellen und beschleunigter Atherosklerose. Sie könnten damit mögliche Perspektiven für zukünftige therapeutische Strategien zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung eröffnen.
Breite Nachwuchsforschung an der Medizinischen Klinik I
Die drei Auszeichnungen unterstreichen die erfolgreiche Nachwuchsförderung und die wissenschaftliche Breite der Medizinischen Klinik I der Uniklinik RWTH Aachen. Die prämierten Arbeiten verbinden klinische Fragestellungen, moderne Biomarkerforschung, experimentelle Modelle und große populationsbasierte Datensätze. Gemeinsam adressieren sie zentrale Themen der modernen Herz-Kreislauf-Medizin: Inflammation, kardiometabolische Erkrankungen, Herzinsuffizienz und Interaktionen zwischen Atherosklerose, Herz- und Nierenerkrankungen.
Über die Fachgesellschaften
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK) wurde 1927 als wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft gegründet und ist eine der wichtigsten wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften im Bereich der Herz-Kreislauf-Medizin in Deutschland. Sie fördert Forschung, Fort- und Weiterbildung sowie den wissenschaftlichen Austausch in der Kardiologie. Im Rahmen ihrer Jahrestagung werden regelmäßig herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Forscher im Rahmen verschiedener Young Investigator Awards ausgezeichnet. Die Young Investigator Awards zählen zu den renommiertesten Nachwuchspreisen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und würdigen herausragende klinisch-wissenschaftliche Arbeiten junger Kardiologen. Mit dem Preis werden klinisch tätige Wissenschaftler bis zum vollendeten 35. Lebensjahr ausgezeichnet.
Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) ist eine der traditionsreichsten und mitgliederstärksten, medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften Europas. Seit ihrer Gründung im Jahr 1882 verfolgt sie das Ziel, Forschung, Lehre und Weiterbildung auf dem gesamten Gebiet der Inneren Medizin zu fördern. Neben der fachlichen Vernetzung der internistischen Disziplinen engagiert sich die DGIM besonders für die Unterstützung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Ihr Jahreskongress ist ein zentrales Forum für aktuelle Entwicklungen in der Inneren Medizin und bietet jungen Wissenschaftlern eine Plattform zur Präsentation innovativer klinischer und translationaler Forschungsarbeiten.








