Für Patientinnen und Patienten mit Myelofibrose, die auf eine Therapie mit JAK-Inhibitoren nicht ausreichend ansprechen oder diese nicht vertragen, besteht weiterhin ein hoher medizinischer Bedarf an neuen Behandlungsoptionen. An der Uniklinik RWTH Aachen ist die internationale klinische Studie HOVON 172 MF / TasqForce zur Untersuchung von Tasquinimod bei Myelofibrose wieder geöffnet und rekrutiert erneut Patientinnen und Patienten.
Die Studie richtet sich an Patientinnen und Patienten mit primärer Myelofibrose, Post-Polycythaemia-vera-Myelofibrose oder Post-essentieller-Thrombozythämie-Myelofibrose, die refraktär oder intolerant gegenüber einer JAK-Inhibitor-Therapie sind. Tasquinimod ist ein Wirkstoff des Unternehmens Active Biotech und wird in der HOVON 172 MF / TasqForce-Studie hinsichtlich seines Potenzials zur Behandlung der Myelofibrose klinisch untersucht.
Studie für Patientinnen und Patienten nach JAK-Inhibitor-Therapie
„Für Betroffene, bei denen JAK-Inhibitoren nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden, sind weitere therapeutische Ansätze dringend erforderlich. Daher freuen wir uns sehr, dass wir Patientinnen und Patienten in Aachen nun wieder eine Teilnahme an dieser Studie anbieten können“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Martina Crysandt, Oberärztin in der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stammzelltransplantation an der Uniklinik RWTH Aachen. „Die Studie baut auf unseren translationalen und präklinischen Arbeiten auf, die neue Ansätze zur gezielten Beeinflussung krankheitsrelevanter Entzündungs- und Fibrosemechanismen bei Myelofibrose untersuchen. Unser Ziel ist es, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse konsequent in klinische Studien zu überführen“, ergänzt Prof. Dr. med. Rebekka K. Schneider, Direktorin des Instituts für Zell- und Tumorbiologie an der Uniklinik RWTH Aachen.
Forschungsergebnisse als Grundlage der klinischen Entwicklung
Kolleginnen und Kollegen werden gebeten, potenziell geeignete Patientinnen und Patienten zu identifizieren und eine Vorstellung an der Uniklinik RWTH Aachen zu prüfen. Die Studie ist außerdem an weiteren Standorten in den Niederlanden geöffnet beziehungsweise geplant, darunter Amsterdam, Groningen, Nijmegen, Rotterdam und Utrecht. Die vollständigen Einschlusskriterien und Studiendetails sind auf ClinicalTrials.gov verfügbar: https://clinicaltrials.gov/study/NCT06605586
- Für Fragen, ein Pre-Screening oder mögliche Zuweisungen steht das Studienteam gerne unter folgender Rufnummer zur Verfügung: 0241 80-37031
- Publikationen zum Wirkmechanismus von Tasquinimod als wissenschaftliche Grundlage der Studie finden Sie hier: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40823315/ oder hier: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33301706/
- Die zugrunde liegenden Forschungsarbeiten wurden unter anderem durch den European Research Council (ERC), das Oncode Institute und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.
Über Myelofibrose
Myelofibrose ist eine seltene chronische Erkrankung des blutbildenden Systems, bei der es zu einer zunehmenden Vernarbung des Knochenmarks kommen kann. Dies kann die normale Blutbildung beeinträchtigen und mit Symptomen wie Blutarmut, Milzvergrößerung, Fatigue, Nachtschweiß oder Gewichtsverlust einhergehen. Für Patientinnen und Patienten, die auf verfügbare Therapien nicht ausreichend ansprechen oder diese nicht vertragen, werden neue Behandlungsansätze dringend benötigt.






