Juniorprofessor Kai Markus Schneider erhält den Theodor-Frerichs-Preis 2024 der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin

Für die Erforschung eines molekularen Schaltkreises zwischen Gehirn und enterischem Nervensystem, der unter Stress eine Entzündungsreaktion im Darm fördert und die Darmbewegung stört, erhält Kai Markus Schneider, Juniorprofessor für „Experimentelle Gastroenterologie und Organ-Crosstalk“ an der Uniklinik RWTH Aachen, den Theodor-Frerichs-Preis 2024 der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Die Forschungsergebnisse wurden letztes Jahr in Cell publiziert. Der Preis wird für eine herausragende klinisch-experimentelle Arbeit auf dem Gebiet der Inneren Medizin verliehen und ist mit 30.000 Euro dotiert. Es ist die zweite hochkarätige Auszeichnung für Professor Schneider binnen weniger Wochen. Zuletzt wurde bekannt, dass er mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet wird. „Viele Erkrankungen werden durch Wechselwirkungen verschiedener Organsysteme angetrieben. Mit unserer Forschung möchten wir diese Schaltkreise aufdecken, um unseren Patientinnen und Patienten in Zukunft neue Therapien anbieten zu können. Die Auszeichnung mit dem Theodor-Frerichs-Preis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, er ist eine große Ehre und gleichzeitig Motivation für die weitere Arbeit“, sagt der Internist.

Kai Markus Schneider studierte und promovierte in Aachen, bevor er an die University of Pennsylvania (USA) ging. Von dort kam er mit einer Förderung im Rahmen des Rückkehrprogrammes des Landes Nordrhein-Westfalen zurück nach Aachen. Sein Spezialgebiet sind Wechselwirkungen verschiedener Organe, um ganzheitliche Therapieansätze für komplexe Erkrankungen zu entwickeln. Der Mediziner trug dazu bei, die sogenannte Darm-Hirn-Achse weiter aufzuschlüsseln und deckte einen molekularen Schaltkreis auf, der zeigt, dass psychologischer Stress Entzündungen des Darms verstärkt. Die Ergebnisse schlagen sich in modernen Behandlungsansätzen nieder, die bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen nun auch Stresssignale des Gehirns auf den Darm reduzieren sollen.

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