Am 24. und 25. September fanden im CT2 – Center for Teaching and Training der Uniklinik RWTH Aachen gleich zwei Veranstaltungen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und der Akademie der Unfallchirurgie (AUC) statt. Auf der Deutschen Notfallkonferenz 2026 am 24. September ging es thematisch um zivil-militärische Zusammenarbeit in Zeiten von Krise, Katastrophe und Krieg. Einen Tag darauf wurde auf dem TNT-Kongress die Schwerverletztenversorgung in TraumaZentren und die Zusammenarbeit der Kliniken in TraumaNetzwerken diskutiert.
Zwei Veranstaltungen, ein gemeinsames Ziel: die deutsche unfallchirurgische Versorgung resilienter und effizienter gestalten. Während es beim TNT-Kongress alljährlich um die Entwicklung und Vernetzung der Deutschen Traumazentren geht, stand die Deutsche Notfallkonferenz 2026 unter dem Leitthema „Zivil-militärische Zusammenarbeit in Zeiten von Krise, Katastrophe und Krieg (3K)“.
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Oberstarzt Prof. Dr. Gerhard Achatz und Oberstarzt Prof. Dr. Axel Franke aus dem Bundeswehrkrankenhaus in Ulm, startete die Notfallkonferenz nach den Grußworten durch die Uniklinik RWTH Aachen, der Bundeswehr und der DGU mit Keynote-Vorträgen von Generalstabsärztin Dr. Almut Nolte und Ministerialdirigent Helmut Watzlawik. Anschließend diskutierten Expertinnen und Experten aus Gesundheitswesen, Politik, Verwaltung und Bundeswehr in drei über den Tag verteilten Sitzungen zentrale Fragen der Versorgungssicherheit und der Vorbereitung des Gesundheitswesens auf außergewöhnliche Krisenszenarien. Im Mittelpunkt standen strategische Kooperationen, belastbare Organisationsstrukturen sowie die Anforderungen an die Aus- und Fortbildung medizinischer Fachkräfte in Zeiten zunehmender Herausforderungen.
Starke Netzwerke für die Schwerverletztenversorgung
Der TNT-Kongress 2026 widmete sich einen Tag später den aktuellen Entwicklungen im TraumaNetzwerk DGU®. Themen waren unter anderem die Rolle lokaler TraumaZentren, die Patientensteuerung innerhalb von TraumaNetzwerken, die digitale Vernetzung sowie die Weiterentwicklung des TraumaRegisters DGU®. In Vorträgen und Diskussionen wurden Erfahrungen aus der Praxis vorgestellt und Perspektiven für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Kliniken aufgezeigt. Darüber hinaus verliehen Dr. Klaus Weber (Generali) und Priv.-Doz. Dr. Mila Paul vom Universitätsklinikum Würzburg wieder den NIS Generali-Preis für die Verbesserung der Schwerverletztenversorgung. Diesjähriger Preisträger ist Dr. med. Michael Hülskamp (M.Sc.) von der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikums Münster.
Gemeinsame Verantwortung für die Versorgung der Zukunft
„Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen, aber auch die Anforderungen an eine moderne Schwerverletztenversorgung machen deutlich, wie wichtig belastbare Netzwerke und eine enge interdisziplinäre und -professionelle Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten sind. Mit beiden Kongressen haben wir wichtige Impulse für die Weiterentwicklung einer leistungsfähigen, resilienten und zukunftssicheren Patientenversorgung gesetzt“, betonte Univ.-Prof. Dr. med. Frank Hildebrand, Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Uniklinik RWTH Aachen und amtierender Präsident der DGU. Die Kongresse boten eine wichtige Plattform für den interdisziplinären Austausch über die zukünftige Ausrichtung der Notfall- und Traumaversorgung in Deutschland und zeigten zugleich, wie eng Themen wie Krisenvorsorge, Versorgungssicherheit und Schwerverletztenmedizin miteinander verbunden sind.
















