Die Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung und die langfristige Sicherung eines leistungsfähigen und finanzierbaren Gesundheitssystems sind wichtige gesellschaftliche Ziele. Der Vorstand der Uniklinik RWTH Aachen erkennt den bestehenden Handlungsbedarf ausdrücklich an. Angesichts steigender Gesundheitsausgaben, des demografischen Wandels sowie wachsender Anforderungen an Medizin und Pflege braucht das Gesundheitswesen – und darin die Universitätsklinika als Säulen der Maximalversorgung und Innovationsmotoren – tragfähige und nachhaltige Finanzierungsstrukturen.
Die Beschäftigten in Medizin, Pflege, Therapie, Wissenschaft und Verwaltung sichern mit ihrem Engagement die Versorgung der Patientinnen und Patienten sowie Forschung und Lehre auf hohem Niveau. Universitätsklinika übernehmen eine besondere Aufgabe und Verantwortung: Sie verbinden hochspezialisierte Krankenversorgung mit Forschung, Innovation und der Ausbildung zukünftiger Fachkräfte. Damit erfüllen sie Aufgaben, die weit über die unmittelbare Patientenversorgung hinausgehen und für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitswesens unverzichtbar sind. An vielen Standorten sichern sie zudem wesentliche Teile der Versorgung der lokalen und regionalen Bevölkerung.
Universitätsmedizin braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Der Vorstand sieht daher mit Sorge, wenn kurzfristige Konsolidierungsmaßnahmen undifferenziert zulasten der Versorgung in der Universitätsmedizin gehen. Versorgungsqualität, Verfügbarkeit und Innovationskraft werden kurzfristig geschwächt.
Die vorgesehenen Regelungen, zum Beispiel die Absenkung der Finanzierung von Tarifsteigerungen, führen nach Einschätzung des Vorstands fortlaufend zu zusätzlichen Belastungen in zweistelliger Millionenhöhe für die Uniklinik RWTH Aachen. Diese Belastungen treffen auf bereits bestehende strukturelle Herausforderungen, da die besonderen Aufgaben der Universitätsmedizin im DRG-System bislang nur unzureichend abgebildet sind und die Finanzierung von Forschung und Lehre auf Ausgabenreduktion in angespannten öffentlichen Haushalten trifft. Ausgeglichene Jahresergebnisse und ein Verlassen des finanziellen Krisenmodus rücken damit in weite Ferne.
Zukunftssicherung von Versorgung, Forschung und Lehre
Die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen erfordern daher über kurzfristige Sparmaßnahmen hinaus ein langfristig tragfähiges Gesamtkonzept. Dazu gehören eine auskömmliche Finanzierung der besonderen Aufgaben der Universitätsmedizin sowie verlässliche Rahmenbedingungen für die Beschäftigten. Der Vorstand der Uniklinik RWTH Aachen erwartet, dass die besonderen Aufgaben und Belastungen der Universitätsmedizin bei weiteren gesundheitspolitischen Entscheidungen angemessen berücksichtigt werden. Universitätsklinika sind keine nachgeordneten Kostenfaktoren, sondern unverzichtbare Bestandteile der öffentlichen Daseinsvorsorge, des medizinischen Fortschritts und der Ausbildung zukünftiger Fachkräfte. Ihre Leistungsfähigkeit zu sichern, ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Gemeinwesens.





