Förderung durch Novo Nordisk Stiftung: 26,7 Millionen Euro für neues europäisches Forschungskonsortium KidMED-CKM

Das neue europäische Forschungskonsortium KidMED-CKM unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) wird von der gemeinnützigen, dänischen Unternehmensstiftung Novo Nordisk Stiftung über fünf Jahre mit rund 26,7 Millionen Euro gefördert. In dem Verbund arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hamburg, Aarhus und Aachen interdisziplinär an dem Ziel, einen Paradigmenwechsel bei der Therapie des kardiorenal-metabolischen Syndroms (cardiovascular–kidney–metabolic, CKM), also bei kardiovaskulären Erkrankungen, chronischen Nierenerkrankungen sowie Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Adipositas zu erreichen – weg von der Behandlung von Komplikationen im Spätstadium hin zu einer frühzeitigen, nierenorientierten Präzisionsmedizin.

„Die Nieren wurden bei der Erforschung von Herz-Kreislauf- sowie Stoffwechselerkrankungen lange vernachlässigt, obwohl sie den Verlauf dieser Erkrankungen maßgeblich beeinflussen. Mit unserem Konsortium KidMED-CKM bringen wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führender europäischer Forschungseinrichtungen zusammen und setzen uns für eine nierenzentrierte Präzisionsmedizin bei der Behandlung des kardiorenal-metabolischen Syndroms ein“, sagt Prof. Dr. Tobias B. Huber, Leiter von KidMED-CKM und Direktor der III. Medizinische Klinik und Poliklinik des UKE.

Kardiovaskuläre Erkrankungen, chronische Nierenerkrankungen und Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus gehören weltweit zu den größten Herausforderungen der Medizin. Auch wenn diese Erkrankungen in Zusammenhang stehen, werden sie bislang meist getrennt voneinander behandelt und erforscht. Das internationale Konsortium KidMED-CKM will nun zeigen, dass Nierenfunktionsstörungen nicht nur das Ergebnis von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen sind, sondern auch aktiv das Fortschreiten der Erkrankung in mehreren Organsystemen vorantreiben. Dafür wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die der kardiorenal-metabolischen Erkrankung zugrunde liegenden biologischen Mechanismen entschlüsseln und die zentrale Rolle der Niere im Krankheitsgeschehen besser verstehen, um frühzeitigere Diagnosen und individuellere Behandlungen zu ermöglichen. 

KidMED-CKM und der Standort Aachen 

Im Konsortium KidMED-CKM arbeiten Forschende des UKE, der Universität und des Universitätsklinikums Aarhus (Dänemark) sowie der RWTH Aachen und der Uniklinik RWTH Aachen zusammen. In Hamburg wird KidMED-CKM von Prof. Dr. Tobias B. Huber, der auch der Vorsitzende des gesamten Konsortiums ist, sowie von Dr. Insa M. Schmidt aus der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik geleitet. Am Standort Aarhus haben Prof. Dr. Henrik Birn and Prof. Dr. Rikke Nørregaard und am Standort Aachen Prof. Dr. Rafael Kramann and Dr. Jitske Jansen die Leitung inne. Das Konsortium wird von unabhängigen Wissenschafts- und Patient:innenenbeiräten unterstützt. Neben seiner Forschungstätigkeit möchte KidMED-CKM auch Innovation, Ausbildung und den Wissensaustausch auf den Gebieten der Nierenforschung und der Behandlung von Patient:innen mit CKM in Europa vorantreiben.

Die RWTH Aachen University und die Uniklinik RWTH Aachen bilden im Konsortium KidMED-CKM den Schwerpunkt für Technologie, künstliche Intelligenz und Innovation. Der Standort Aachen bringt darüber hinaus international ausgewiesene Expertise in den Bereichen Organfibrose, kardiorenale Wechselwirkungen, fortgeschrittene Krankheitsmodelle, Organoid-Technologien, Einzelzellanalysen und Multi-Omik, computergestützte Medizin, künstliche Intelligenz und Bioengineering ein. Aufbauend auf dem international renommierten Innovations- und Gründungsökosystem der RWTH Aachen wird dort unter der Leitung von Prof. Dr. Rafael Kramann, Chief Innovation Officer von KidMED-CKM, auch die KidMED-CKM Startup Factory angesiedelt. Sie soll die Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in patient:innenorientierte Diagnostik, Therapien und neue Ausgründungen beschleunigen.

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