Internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Uniklinik RWTH Aachen, der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und des Helios Universitätsklinikums Wuppertal identifiziert RNA-Signal im Blut, das bereits Krebsvorstufen im Eileiter anzeigt.
Eierstockkrebs wird meist erst entdeckt, wenn es für eine Heilung oft zu spät ist. Besonders der häufigste und tödlichste Typ, das hochgradig seröse Karzinom, bleibt lange unbemerkt. Sein Ursprung liegt häufig in einer winzigen, nicht-invasiven Vorstufe im Eileiter, die bislang nur unter dem Mikroskop am entnommenen Gewebe sichtbar wird.
Ein Forschungsteam mit Beteiligung von Prof. Dr. Danny Jonigk und Prof. Dr. Maximilian Ackermann, beide Institut für Pathologie, Uniklinik RWTH Aachen, zeigt nun im Fachjournal Nature Medicine, dass sich diese frühe Phase erstmals per Bluttest erkennen lässt. Im Fokus steht Tu-Stroma, ein tumorassoziiertes RNA-Molekül, das in winzigen Bläschen im Blut zirkuliert, sogenannten extrazellulären Vesikeln.
Neuer Tumormarker unterscheidet besser
Die Forschenden untersuchten Blutproben von 506 Personen aus mehreren Zentren: von gesunden Frauen und Patientinnen mit gutartigen Veränderungen bis hin zu Patientinnen mit Krebsvorstufen und Eierstockkrebs aller Stadien. Das Ergebnis: Tu-Stroma war bei Krebsvorstufen und Karzinomen deutlich erhöht, auch bei Frauen vor den Wechseljahren. Im direkten Vergleich in denselben Proben unterschied der neue Marker besser als der etablierte Tumormarker CA125. Bei Entzündungen, körperlichen Ausnahmezuständen oder anderen Krebsarten zeigte sich dagegen keine systematische Erhöhung.
„Dass wir ein Signal bereits in der nicht-invasiven Vorstufe im Blut nachweisen können, ist ein wichtiger Schritt hin zu einer echten Früherkennung von Eierstockkrebs“, so Univ.-Prof. Dr. med. Danny Jonigk, Institutsdirektor des Instituts für Pathologie der Uniklinik RWTH Aachen, über die Erkenntnisse.
Noch ist Tu-Stroma ein Kandidat und kein fertiger Test: Die Daten stammen aus rückblickend ausgewerteten Proben. Im nächsten Schritt muss sich der Marker in prospektiven Studien unter Alltagsbedingungen bewähren.





