Medizinische Versorgung, die Grenzen überwindet: NRW-Staatssekretäre zu Gast bei der Projektvorstellung von EDEN-Medical

Im AcuteCare InnovationHub, der interdisziplinären Forschungseinheit der Klinik für Anästhesiologie an der Uniklinik RWTH Aachen, arbeiten Akteure aus unterschiedlichen Institutionen im Interreg-Maas-Rhein-Projekt EDEN-Medical daran, medizinische Güter mithilfe von Drohnen schnell und sicher über Grenzen hinweg zu transportieren. Bei einer offiziellen Präsentation des Projekts am 9. Oktober 2026 nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, mit den beiden NRW-Staatssekretären Viktor Haase und Matthias Heidmeier über die Perspektiven der medizinischen Drohnenlogistik zu diskutieren.

Besonders im Hinblick auf aktuelle weltpolitische Spannungen ist eine resiliente medizinische Versorgung über Landesgrenzen hinaus von großer Bedeutung. Genau dort setzt das Projekt EDEN-Medical an: Forschende untersuchen, wie Drohnen künftig dazu beitragen können, die medizinische Versorgung in der Grenzregion Deutschland–Belgien–Niederlande schneller, flexibler und belastbarer zu gestalten. Was innerhalb eines Landes bereits möglich ist, stößt im grenzüberschreitenden Kontext noch auf zahlreiche rechtliche, administrative und organisatorische Hürden.

Im Projekt arbeiten medizinische Expertinnen und Experten aus der Klinik für Anästhesiologie der Uniklinik RWTH Aachen mit Forschenden des Instituts für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen University sowie Kolleginnen und Kollegen aus Belgien und den Niederlanden zusammen. Ein wesentlicher Bestandteil von EDEN-Medical sind grenzüberschreitende Demonstrationsflüge, mit denen die technische und operationelle Machbarkeit erprobt und das Potenzial zukünftiger grenzüberschreitender Kooperationen aufgezeigt wird. Transportiert werden dabei beispielsweise Hornhäute, Blut, Medikamente, Gewebeproben und medizinische Hilfsmittel.

Projektdemonstration und konstruktiver Austausch

Bei der Veranstaltung am 9. Oktober 2026 im Seminarraum der Uniklinik RWTH Aachen waren neben Akteuren aus Gesundheit und Wissenschaft auch Viktor Haase (Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW) und Matthias Heidmeier (Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW) anwesend. Während der vier kurzen Fachvorträge, sowie einer Ausstellung mit verschiedenen Exponaten verschafften sich die beiden Staatssekretäre einen Eindruck vom interdisziplinären Projekt. Anschließend stand in einer offenen Gesprächsrunde im Fokus, welche politischen, rechtlichen und administrativen Voraussetzungen noch geschaffen werden müssen, um internationale Drohnentransporte einfacher und effizienter umsetzen zu können. 

„Das Projekt zeigt in hervorragender Weise, wie moderne Drohnentechnologie die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger verbessern kann. Damit solche, auch internationalen Einsätze zur Normalität werden, müssen noch viele Grenzen überwunden werden, im Luftraum und solche, die sich aus den Systemen unterschiedlicher Länder ergeben. Dafür steht dieses Projekt: Hindernisse identifizieren und durch praktische Lösungen überwinden“, unterstreicht Viktor Haase die Bedeutung von EDEN-Medical. Matthias Heidmeier ergänzt: „EDEN-Medical zeigt, welches Potenzial in grenzüberschreitender Zusammenarbeit und neuen Technologien liegt, um die Resilienz der medizinischen Versorgung nicht nur im Alltag, sondern besonders in Krisen zu stärken.“

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dieter Moormann, Leiter des Instituts für Flugsystemdynamik an der RWTH Aachen University, zeigt sich zufrieden mit der Projektvorstellung: „EDEN-Medical beweist, dass wir nicht nur über grenzüberschreitende medizinische Versorgung sprechen, sondern sie konkret umsetzen – und das ist der entscheidende Schritt für eine resilientere Gesundheitsversorgung in der Euregio.“ 

„Gerade in Krisen- und Notfallsituationen kann es ein entscheidender Vorteil sein, medizinische Güter schnell über Landesgrenzen hinweg dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden. Als Krankenhaus bringen wir deshalb die klinische Perspektive in EDEN-Medical ein und untersuchen gemeinsam mit unseren Partnern, wie solche grenzüberschreitenden Transporte künftig zuverlässig ermöglicht werden können – unter anderem mit Hilfe von Drohnen“, resümiert Dr. med. Sarah Veldeman, Projektleiterin vom AcuteCare InnovationHub der Uniklinik RWTH Aachen.

Das Projekt EDEN-Medical läuft seit dem 1. Februar 2025 und wird als Interreg-Maas-Rhein-Projektvon der EU mit 1.703.544,55 Euro gefördert. Zusätzlich unterstützt das Land NRW das Projekt mit einer Co-Finanzierung in Höhe von 592.761,54 Euro.

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