Die Uniklinik RWTH Aachen erhält im Rahmen des Förderprogramms „Modernisierung und Digitalisierung der Krankenhausinfrastruktur – Förderung investiver Ausstattung“ rund 5,5 Millionen Euro zur Umsetzung von drei Projekten: EuRoSA-Heart, Navigierte Robotik MKG und NeuroVISION.
Mit dem Förderprogramm unterstützt die Landesregierung Nordrhein-Westfalen Investitionen von Krankenhäusern im Rheinischen Revier, um eine leistungsfähige Versorgung zu stärken. Ziel ist es, die Krankenhausinfrastruktur zu modernisieren und wohnortnah Medizin auf hohem Niveau anbieten zu können. „Die Förderung ist ein wichtiges Signal für die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts. Sie ermöglicht es uns, gezielt in moderne Infrastruktur zu investieren und unsere Kompetenzen in der robotergestützten Chirurgie weiter auszubauen. Damit stärken wir die Uniklinik RWTH Aachen als Zentrum für innovative Spitzenmedizin und schaffen zugleich die Voraussetzungen, um neue Behandlungsmöglichkeiten schneller in die Patientenversorgung zu bringen“, sagt Univ.-Prof. Dr. med. Joachim Windolf, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik RWTH Aachen.
EuRoSA-Heart: Aufbau robotischer Herzchirurgie
Mit dem Projekt EuRoSA-Heart plant die Uniklinik RWTH Aachen die Anschaffung eines DaVinci-5-Operationsroboters zur Etablierung der robotischen Herzchirurgie im Rahmen des Euregionalen Zentrums für Robotische Chirurgie RWTH Aachen (EuRoSA). Der DaVinci-5-Operationsroboter zählt zu den technologisch fortschrittlichsten klinisch verfügbaren Plattformen für robotisch assistierte Eingriffe und ermöglicht eine digital unterstützte, datenbasierte Weiterentwicklung sowie den Einsatz KI-gestützter Assistenz- und Analysesysteme.
Navigierte Robotik in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Der Operationsroboter Symani® wird bereits in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Uniklinik RWTH Aachen eingesetzt. Ziel des Projekts „Navigierte Robotik – MKG“ ist es, das System dauerhaft am Standort zu etablieren und durch zusätzliche Technologien zur Bildgebung und Navigation zu ergänzen. Der Einsatz des Roboters ermöglicht die Weiterentwicklung mikrochirurgischer Verfahren hin zur Supermikrochirurgie und eröffnet damit neue operative Möglichkeiten, beispielsweise in der Lymphchirurgie im Kopf- und Halsbereich.
NeuroVISION: Virtuelle Planung – intelligente Navigation – robotische Umsetzung
Das Projekt NeuroVISION verfolgt den Aufbau eines integrierten, digital vernetzten robotischen Operationssaals im Rahmen von EuRoSA. Dazu sollen präoperative Bilddatensätze den Behandelnden über VR- oder AR-Brillen zur Verfügung gestellt werden. Die aufbereiteten Daten lassen sich in den Operationssaal übertragen und können mit dem im Operationssaal liegenden Patienten abgeglichen werden. Beim anschließenden operativen Eingriff kommt ein navigationsgestützter, halbautomatischer Operationsroboter zum Einsatz, der die zuvor erstellte digitale Planung auf Grundlage der verfügbaren Bilddaten präzise in die operative Praxis überträgt. Ziel des Projektes ist es, eine digitale Planung, Navigation sowie die robotische Umsetzung miteinander zu verbinden.
„Die Förderung unserer robotergestützten Chirurgie eröffnet uns neue Möglichkeiten, operative Eingriffe noch präziser und schonender durchzuführen. Mit der gezielten Weiterentwicklung dieser Technologien stärken wir nicht nur die medizinische Versorgung unserer Patientinnen und Patienten, sondern auch die Innovationskraft und wissenschaftliche Leistungsfähigkeit unseres Standorts“, betont Univ.-Prof. Dr. Vondran, Leiter des Robotikzentrums der Uniklinik RWTH Aachen.





