Auf rund 8.600 Quadratmetern werden im zweiten Bauabschnitt des Clusters Biomedizintechnik rund 660 Schülerinnen, Schüler und Studierende zu Pflegekräften und Hebammen ausgebildet. Etwa 220 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen vor Ort an der Digitalisierung der Medizin. Ein Jahr nach dem Einzug haben die Beteiligten gemeinsam mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf die Bauphase und das erste Betriebsjahr zurückgeblickt.
Das Gebäude vereint die Bildungsakademie der Uniklinik RWTH Aachen mit der Schule für Pflegeberufe und dem Institut für Hebammenwissenschaften sowie das Innovationszentrum für Digitale Medizin. Damit bündelt das Gebäude Lehre, Aus- und Weiterbildung sowie Forschung für die medizinische Versorgung in unmittelbarer Nähe zur Uniklinik. „Nach einem Jahr zeigt sich, wie gut das Gebäude im Alltag funktioniert. Unsere Auszubildenden und Studierenden finden hier moderne Bedingungen für Unterricht, Austausch und praktisches Lernen, die Forschenden ein Umfeld für interdisziplinäre Zusammenarbeit. Besonders wertvoll ist der direkte Austausch zwischen beiden Bereichen“, so Univ.-Prof. Dr. med. Joachim Windolf, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik RWTH Aachen.
Im Innovationszentrum für Digitale Medizin arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Medizin, Ingenieurwissenschaften und Medizininformatik daran, digitale Technologien für eine stärker individualisierte Patientenversorgung nutzbar zu machen. Künstliche Intelligenz und Virtuelle Realität spielen dabei eine zentrale Rolle. „Für die RWTH Aachen ist es ein großer Gewinn, dass die Forschung an der digitalen Medizin und die Ausbildung von Pflegekräften und Hebammen hier unter einem Dach zusammenkommen. So entsteht ein Ort, der Wissenschaft und medizinische Versorgung eng zusammenführt“, sagt Prof. Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen University.
Die Bildungsakademie macht den RWTH Aachen Campus zugleich zu einem attraktiven Ausbildungsort, um Nachwuchs für Pflege- und Gesundheitsberufe zu gewinnen und in der Region zu halten. Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons richtet den Blick auf die Bedeutung für den Standort: „Die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung beginnt bei den Menschen, die sie gestalten. Hier erhalten angehende Pflegekräfte und Hebammen das Rüstzeug für ihre verantwortungsvolle Arbeit, während Forschende an den medizinischen Innovationen von morgen arbeiten. Dass Ausbildung und Forschung an einem Ort zusammenkommen, ist ein großer Gewinn für Aachen und für die Menschen in unserer Region.“
Auch architektonisch führt der zweite Bauabschnitt fort, was 2018 mit dem CT² Center for Teaching and Training begonnen hat. Ein rund 100 Meter langer, viergeschossiger Riegel nimmt die Bildungsakademie auf, ein siebengeschossiger Kubus das Innovationszentrum, wissenschaftliche Bereiche und die Verwaltung. Realisiert wurden beide Bauabschnitte von der Unternehmensgruppe Frauenrath aus Heinsberg, entworfen vom Düsseldorfer Büro slapa oberholz pszczulny | sop architekten. Den zweiten Bauabschnitt entwickelte, finanzierte und realisierte die Unternehmensgruppe Frauenrath als privater Investor, seit der Fertigstellung betriebt das Unternehmen das Gebäude auch. Gereon Frauenrath, geschäftsführender Gesellschafter der Unter-nehmensgruppe Frauenrath, blickt auf das erste Betriebsjahr: „Es ist schön zu sehen, wie gut das Gebäude für die Menschen funktioniert, die hier lernen, lehren und forschen. Für uns als regional verwurzeltes Unternehmen liegt zugleich der besondere Reiz darin, am RWTH Aachen Campus langfristig in eine moderne Wissenschaftsimmobilie zu investieren.“
Der zweite Bauabschnitt ist Teil der weiteren Entwicklung des RWTH Aachen Campus, den die RWTH 2009 im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie „Forschung braucht Fläche“ gestartet hat. Heute zählen Campus Melaten und Campus West gemeinsam mit dem Campus Mitte zu den größten technologieorientierten Forschungsstandorten Europas. Dr. Klaus Feuerborn, Geschäftsführer der RWTH Aachen Campus GmbH, betont: „Mit dieser Erweiterung gewinnt der Campus Melaten weiter an Profil. Möglich wird diese Entwicklung durch Investoren wie die Unternehmensgruppe Frauenrath, deren Engagement wichtige Voraussetzungen für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Campus schafft.“
Quelle: RWTH Aachen Campus










